Die Bahn streikt mal wieder. Zeitpunkt? – Ziemlich blöd. In Zeiten, in denen Fernbusse boomen und Nahstrecken ebenfalls oft mit Bussen bzw. privaten Anbietern zurückgelegt werden. Es scheint eher wie ein politisches Aussitzen. Die Dummen sind die Zugfahrenden. So auch ich. Dabei habe ich Glück und die Strecke, die ich zur Arbeit fahre, ist relativ pünktlich und wird wenig bestreikt. So auch heute, ich kam hin und zurück mit dem Zug und musste nicht mal meine Arbeitszeit anpassen. Jedoch auf dem Rückweg hatte ich mich zu früh gefreut: Personenschaden. Erst mal war ich genervt, weil ich noch so viel zu tun hatte und mein Tag heute sehr gut durchgetaktet war. Ohje, das Kind muss vor verschlossener Tür warten, ich kann das Auto nicht mehr aus der Werkstatt holen und einkaufen geht eh nicht mehr, ausserdem wartet der Mann ohne Jacke, dass ich das Kind bringe und mein Händy ist nicht aufgeladen! Zudem hatte ich mein Buch vergessen und musste in langweiligen Zeitschriften schmökern, die ich morgens am Bahnhof noch eingepackt hatte. Nach kurzer Besinnungs habe ich meine Auszeit nicht genossen, aber doch bewusst wahrgenommen. Meine Familie ist dort nicht unterwegs, aber eine Familie wird es treffen. Leicht Gänsehaut überkommt mich auch jetzt noch. Was machen die (im Nachhinein) paar Minuten schon aus, wenn ich heil ankommen kann. Dankbar verlasse ich den Zug und hetze weiter durch meinen Nachmittag.