alive and kicking

Monat: Oktober 2015 (Seite 2 von 2)

Bahn

Nach der Arbeit am Bahnhof liefen mir die ersten Kollegen schon wieder entgegen. Ihr Zug fiel aus. Wie? Tja, ersatzlos gestrichen. Zuerst die Info, dass der Zug 25 Minuten später kommt, dann gestrichen. Da war ich noch leicht schadenfroh, dass es in meine Richtung keine Nachricht gibt. OK, sie kam dann auch, aber mit 5 Minuten Verspätung kann ich leben. Das hat der Zug ja eh fast jeden Tag.
Nun gut, Zug kam und war sehr voll. Aber das ist an einem Freitag Nachmittag auch nix Ungewöhnliches. Schulklassen, Soldaten, Studenten, Touristen und dazu noch die ganzen Pendler. Rappelvoll, aber ich habe noch einen Platz gekriegt und konnte mich in mein Buch vertiefen. Dann im Zug die Durchsage, dass der Zug ab jetzt an jedem Bahnhof halten wird. Hey, was soll das denn? Aber ach, auch damit kann ich leben. Das Buch ist gut, aber leider nach 2 Stationen schon fertig gelesen. Dann kommt die Durchsage, dass der Zug nur bis zur nächsten Kleinstadt fahren wird, dort sei jedoch Schienenersatzverkehr eingerichtet. Allein das Wort Schienenersatzverkehr löst Unbehagen aus. Aber nun ja, ich habe Feierabend und Wochenende. Das eine Kind ist mit dem Hort im Schwimmbad, das andere Kind zu Hause. Alle versorgt. Noch bin ich gelassen. Die Durchsage, dass 3 Busse am Bahnhof bereit gestellt werden, klingt auch beruhigend. Wird schon klappen, ist ja für die Bahn nicht das erste Mal.

Aber hallo! Beim Aussteigen bricht das Chaos aus: Die Schulklassen mit ihren Riesenkoffern drängen nach draußen, klar, die dürfen sich ja nicht verlieren. Dazwischen ältere klapprige Menschen und überhaupt alles drängelt und schubst und rennt. Am Bahnhofvorplatz warten keine Busse. Die Bushaltestelle sei wohl etwas weiter weg. Alle rennen dorthin. So müssen sich die Flüchtlinge fühlen, ich bin ein Teil der Menge, ich muss in die gleiche Richtung im allgemeinen Tempo, sonst gehe ich unter. Nicht stolpern, nicht hinfallen. Ich glaube, niemand würde anhalten, im Gegenteil, bestimmt würden alle über mich rennen. Ich schaffe es zur Bushaltestelle, leider stehen dort schon ca 200 Menschen, die wohl auch auf den Bus warten. Ich bin leicht verwirrt, wieso schaffen die es so schnell zur Bushaltestelle. Ich war doch Teil der Masse, das ging gar nicht schneller. Da raunzt mich auch schon eine Frau an: Wenn die sich jetzt alle vor mich stellen, dann raste ich aus! Ich steh hier seit fast einer Stunde und warte auf den Bus. Wie, es sollten doch 3 Busse für unseren Zug bereit gestellt werden? Nein, meint die Frau, wir haben Vorrang. Wir waren zuerst hier! Manchmal erschreckt mich das Gesetz der Straße. Trotzdem stelle ich mich vor sie, weil ich gar nicht die Möglichkeit habe, mich irgendwo hinten anzustellen.
England, schießt es mir durch den Kopf, ich vermisse England. Dort sind die Leute höflich und stellen sich hinten an ohne zu drängeln und zu schubsen. Doch hier in der deutschen Kleinstadt stehen jetzt 500 Menschen (gefühlt sind es 1000 – mindestens) an der Bushaltestelle. Die Einheimischen glotzen uns an. Auf der Gegenseite kommt ein Bus, er ist voller als voll, hält kurz und fährt dann weiter. In die Gegenrichtung. Ich kenne mich aus und weiss wenigstens, in welche Richtung ich will. Manch andere Reisenden sind total hilflos. Viele hängen am Telefon und geben Info an Freunde und Verwandte raus. Neben mir sind ein paar junge Frauen, sie wollen laufen. Das sind ca 10 Kilometer! Mit Rollkoffer! Nein, dann lieber doch nicht. Die paar Taxis, die am Bahnhof warteten, sind schon längst weg. Damit sind die ganz Schlauen gefahren. Anscheinend zahlt das sogar die Bahn. Aber dem trau ich nicht. Da ich eine Monatskarte habe, kriege ich ja nicht mal die Verspätung ersetzt. Eine Schande.
Und immer noch kein Bus. Da, die Menschen rufen: Schienenersatzverkehr! Tatsächlich, ein Bus nähert sich, aber leider wieder auf der Gegenfahrbahn. Ein paar Mutige springen über die Straße und fragen den Busfahrer, der meint nur, dass er in die andere Richtung fährt und auch nicht mehr weiss. Die jungen Frauen neben mir wollen trampen. Da hänge ich mich dran. Mit denen habe ich noch eine Chance, dass jemand hält. Bei mir hält doch niemand mehr. Doch bevor wir uns aus dem Pulk der Menschen entfernen können, um eine gute Stelle zu finden, fährt ein auffallend angemaltes Auto vorbei, dass ich kenne. Wir geben uns Zeichen und tatsächlich, die Fahrerin hält in einiger Entfernung an. Ich renne hin, die jungen Frauen mir hinterher. Ich glaube, die wären zu jedem ins Auto gestiegen. Zum Glück ist es eine Bekannte mit einem grossen Bus, in dem wir alle Platz haben, inklusive Koffer. Den Umweg, den die Bekannte fahren muss, um noch einen ihrer Schützlinge abzuliefern, nehmen wir gerne in Kauf.
Da – mitten auf der Strecke steht auch ein Zug. Warum haben wir nicht erfahren. Dort befindet sich kein Bahnübergang, also ist ein Unfall eher unwahrscheinlich. Warum sagen die das im Zug nie? Noch lieber wäre mir allerdings gewesen, dass sie gesagt hätten, wie es weitergeht, wo sich die Busse befinden, wann und wohin sie abfahren. Ganz, ganz schlecht war das organisiert. Ich fahre gerne Zug, ohne die Bahnverbindung würde ich nicht dort arbeiten, wo ich jetzt arbeite, da sich das mit dem Auto überhaupt nicht lohnen würde. Teilzeit erst recht nicht. Aber heute war ich doch sehr enttäuscht. Ich hätte der Bahn ein bisschen besseres Krisenmanagement zugetraut. Ein Unfall kann immer passieren, aber es muss doch möglich sein, die Menschenmengen einigermassen geordnet weiter zu transportieren. Manche der Reisenden hatten noch eine Reise durch halb Deutschland vor sich. Viele davon sind bestimmt jetzt immer noch nicht am Ziel.
Wir kamen schliesslich am Bahnhof an und konnten unsere Wege fort setzen. Die jungen Frauen in ihre jeweilige Richtung und ich mit dem Fahrrad. Danke, dass du uns mitgenommen hast! Wir sind eine Stunde später angekommen als geplant, aber das ist zu verschmerzen. Immerhin sind wir heil angekommen und konnten unserer Wege gehen. Wie ich später erfahren habe, war in der anderen Richtung, die 2 der jungen Frauen genommen haben, ein Notfall auf der Strecke und es wurde Schienenersatzverkehr eingerichtet. Schade, dass wir keine Telefonnummern ausgetauscht haben, ich hätte gerne erfahren, wie und wann sie nach Hause gekommen sind. Bahn fahren werden die wohl so schnell nicht mehr! Und bei Schienenersatzverkehr werde ich in Zukunft wohl eher zusammen zucken!

eins, zwei, drei ….

…. im Sauseschritt, rast die Zeit, wir rasen mit. Krabbelgruppengeschädigt. Die Tage sind so voll, dass ich am liebsten mal kurz anhalten möchte. Hey, stop, ich komm nicht mehr mit. Liebe Zeit, kannst du mal kurz Pause machen? Nein, sie rast davon ohne Rücksicht auf Verluste.
Dabei bin ich es, die die Zeit einteilt. Ich mach mir ja selber den Stress. Früher fand ich es toll, wenn ich nur kurz Zeit zum Essen hatte, weil ich gleich wieder los musste. Heute nervt mich das nur. Vielleicht sollte ich ja meine Einstellung ändern. Vom müssen zum wollen. Oder so. Vielleicht kommt dann ja wieder dieses Gefühl auf wie früher, wenn ich immer auf Achse war. Und es spannend fand, erlebnisreich. Heute bin ich so spießig, dass ich mich morgens schon auf mein Sofa am Abend freue.

Monday

Monday after a busy weekend. I feel exhausted. Back to work after being sick is always frustrating. So many things not done. Too many emails not read. The colleagues happy that I am back but not happy about the last week. My situation at work is not good at all, I hope it is going to be better soon.
Anyway, my students in the evening make me feel happy. It is a pleasure to teach them. We laugh a lot and I can learn from them as well. Makes me feel good 🙂
My bones still ache and I do not feel healthy at all. I still take my medicine, I was a little bit lazy about that. Changes are welcome!

Camping le weekend

Wir waren zelten im Elsass. Wie jedes Jahr. Mit dem Kindergarten/Hort. Und wie letztes Jahr waren wir wieder nur 4 Familien. Aber dafür umso entspannter. Die Kinder, 10 an der Zahl, verstehen sich so gut, obwohl sie im Alter von 4 bis 12 sind. Kaum angekommen, verdrücken sie sich im Wald und erscheinen nur noch, wenn sie Hunger haben. Es ist so unaufgeregt, erholsam und ruhig.
Und wieder hatten wir super Glück mit dem Wetter. Erst in der letzten Nacht von Samstag auf Sonntag fing es an zu regnen, dafür aber ohne Ende. Ich konnte gar nicht schlafen, weil es so laut war. Die Regentropfen haben sich angehört wie Hagelkörner, ausserdem hört sich selbst wenig Regen im Zelt wie eine Sintflut an. In Gedanken bin ich heute Nacht schon sämtliche Evakuierungswege durchgegangen. An Schlaf war kaum zu denken. Dabei schlafe ich die 2. Nacht meistens besser im Zelt. In der 1. Nacht ist noch alles so ungewohnt, die Geräusche, die Gerüche, die Kinder so nah bei mir. Nun ja, schlaftechnisch war es also nicht so erholsam. Immerhin konnte ich mich gestern Mittag etwas ablegen. Es ist schon toll, wenn die Kinder so groß sind :-))
Umwerfend war, auch das wie fast jedes Jahr, das Essen. Es gab Lammkeule, Kartoffelbrei und Rotkohl. Alles auf dem Lagerfeuer gekocht und sooooo lecker! Für die Kinder, und nicht nur die, gab es auch noch Pommes vom Feuer. Das Essen hat uns so glücklich gemacht, dass wir ziemlich satt in der Jurte ums Lagerfeuer rumlagen. Manche haben sogar noch einen Schnaps gebraucht.

Jetzt fühle ich mich (fast) fit genug für die kommende anstrengende Woche. Voll mit Terminen und Tagung und Fussball und was noch alles kommen mag…..

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