Das grosse Buch vom Räuber Grabsch hat uns den Klinikaufenthalt erleichtert. Wir haben es auch fast durchgelesen in den 11 Tagen dort.
Am Anfang schien es mir sehr clichehaft: der große, starke Räuber heiratet die kleine Frau, die sich so geborgen bei ihm fühlt. Und so geht es weiter: er geht rauben, was sie gar nicht mag und sie ist die Schlaue, die zu Hause für Ordnung sorgt und die guten Ideen hat.
Doch trotzdem – oder gerade deswegen – hat das Buch einen grossen Reiz. Wir konnten uns identifizieren mit dem großen Räuber, der halt nix anderes kann als rauben und mit der schlauen Olli, die das gar nicht mag. Klar, ist ja auch doof, wenn man ausgeraubt wird. Auch wenn der Räuber nur raubt, damit er was zu essen hat. Olli hat Hunger, aber sie mag nicht, dass Grabsch rauben geht. Ein Dilemma, das gelöst wird mit Kompromissen für alle.
Als das erste Kind geboren wird, dachte ich wieder: nein, was für ein Cliché. Aber es geht dann so übertrieben weiter, dass das Cliché untermauert wird. Das kann ja gar nicht in echt so sein. Bei den Namen für die ganzen Kinder haben wir sehr gelacht. Hm, ist ja auch gar nicht so einfach, einen Namen aus zu suchen. By the way: wir haben auch lange überlegt 😉 Und dann brauchen sie ja auch ganz schnell ganz viele Namen.
Die Sprache im Buch ist einfach, aber nicht langweilig. Die Bilder in unserer Ausgabe sind ebenfalls einfach, aber detailreich und immer passend. Ich finde sie schön. Die Kapitel sind kurz, so dass wir oft mehrere hintereinander gelesen haben. Ich finde das praktisch, weil man dann immer kurze Pausen machen kann, aber nicht muss. Im Krankenhaus war das ebenfalls sehr hilfreich.