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krank auf Reisen

Es gibt einen Aufruf zur Blogparade auf workntravel.info
Als ich das gelesen habe, musste ich erst mal überlegen: krank auf Reisen? Klar, waren wir schon. Vieles sind Krankheiten, über die ich nicht berichten möchte, aber dann fiel mir doch noch was ein:

Long time ago in Canada
Zahnweh. Plötzlich und unerwartet. Wie das halt so kommt. Und heftig. Der Schmerz lässt mich nicht schlafen und ich wage kaum zu essen. Milchshakes gingen noch. Irgendwann habe ich mich der Gastfamilie anvertraut. Und die wusste Rat. Wie immer.

Der Nachbar, David, war Zahnarzt. Also bin ich nachmittags als er nach Hause kam, geschwind rüber und habe ihm mein Leiden geklagt. Er hat mich in seine Praxis bestellt. Ich weiss nicht mehr, wo das war. Nur, dass es in einer Mall war. In dem Teil der Stadt war ich vorher noch nie. Hui, er muss eine Wurzelbehandlung machen oder den Zahn ziehen. Ersteres aufwändig und teuer, zweiteres billiger, aber dann halt zahnlos. Doch mir war alles egal, Hauptsache der Schmerz geht weg. Da ich nicht so richtig wusste, wie ich mich entscheiden sollte, habe ich zu Hause in Deutschland angerufen und meine Eltern um Rat gefragt. Und natürlich die Gastfamilie. Letztlich dann war es meine Entscheidung zur Wurzelbehandlung.

Ich fand es damals witzig, den Zahnarzt beim Vornamen zu nennen. Und David hat die ganze Zeit gesungen. Dazu lief das Radio. Das kannte ich nicht von meinen deutschen Zahnärzten. Die Behandlung war – nun ja – eine Zahnbehandlung. Wohl aber nicht so schlecht. Der Zahn, ich nenne ihn meinen kanadischen Zahn – hat immer noch die kanadische Wurzelfüllung. Obwohl er inzwischen eine Krone hat. An der Wurzelfüllung hat sich mein damaliger deutscher Zahnarzt die Zähne ausgebissen (!). Da kam er nicht weiter, weil die Füllung so hart war.

Da die Zähne in der kanadischen Krankenversicherung nicht inkludiert sind, musste ich die Behandlung selber zahlen. War teuer, aber ich glaube, ich habe einen Nachbarschaftspreis bekommen.
Zähne sind eine Schwachstelle bei mir. Da habe ich immer ein bisschen Bammel auf Reisen. Seitdem hatte ich jedoch Glück.

An den Zähnen sieht man oft den Wohlstand eines Menschen, das wird mir im Ausland, und immer öfter auch in Deutschland, sehr bewusst. Hätte ich weniger Geld gehabt, hätte ich mir den Zahn vielleicht ziehen lassen oder selber dran rum gewerkelt. Je nach Land und Reise hätte ich gar keine andere Wahl gehabt.

1 Kommentar

  1. Hallo Dörte,
    vielen Dank für die Teilnahme an meiner Blogparade.
    Zahnarztbesuche im Ausland sind ein spannendes Thema. Ich war hier in Spanien auch schon öfters beim Zahnarzt und musste auch immer alles aus eigener Tasche bezahlen, weil die Krankenversicherung das nicht übernimmt. Ich finde es übrigens auch komisch, dass mich mein Zahnarzt mit dem Vornamen anspricht. 😉
    LG Johanna

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