Bis Halloween mag das Kind abends nicht mehr alleine raus gehen. Danach sind die Clowns weg. Denkt er. Es gab einen Vorfall hier in unserer Stadt mit einem Clown und ist wohl auch Thema im Freundeskreis und in der Schule. Das Kind ist nicht verängstigt, aber aufmerksamer. Und vorsichtiger.

Auf einmal sind bekannte Wege nicht mehr vertraut. Auch wenn man die seit Jahren im Dunkeln durchläuft bzw. fährt, kommt auf einmal die Fantasie dazu und Lichter und Geräusche, die sonst nicht stören, werden unheimlich.

Wieder ein Stück Kindheit geklaut. Wieder ein Gruselfaktor mehr in unserer Gesellschaft, der verunsichert und ein Stück Lebensfreude nimmt. Das dringt in immer mehr Bereiche vor und immer tiefer in unsere Gesellschaft hinein. Das beunruhigt mich manchmal.

Die Unbeschwertheit geht Stück für Stück verloren. Ich möchte das nicht! Ich weiss aber auch nicht, wie ich das verhindern kann. Sollen wir jetzt abends Spaziergänge im Dunkeln machen?

Da das Kind nicht alleine zu seinen Aktivitäten gehen möchte, begleiten wir es. Ich freue mich, dass das Kind den Mut hat, uns seine Ängste zu sagen. Es vertraut uns und wir können erst mal Abhilfe schaffen, indem wir es nicht alleine lassen. Seine Ängste ernst nehmen. Aber nicht zu ernst. Wir fahren weiterhin abends mit dem Fahrrad die gewohnten Wege. Wir wollen keinen neuen Ängste schüren, sehen aber, dass da etwas ist, dass Angst macht.

Ich bin zum Glück noch keinem Clown begegnet, weiss aber auch nicht, wie ich reagieren würde. Im Moment bin ich abends nicht viel unterwegs und wenn, dann nur auf belebten und beleuchteten Wegen. Wenn ich so drüber nachdenke, bin ich doch auch ganz froh darüber.

Zum Glück ist bald Halloween und der Spuk (hoffentlich) vorbei.