Wir hatten Besuch. Es war Bettgehzeit der Kinder. Der Besuch war eher arbeitstechnisch da und sass vor dem Computer. Das ist direkt vor dem Badezimmer. Der Besuch kriegt also alles mit.
Die Kinder bekommen die Zahnbürsten gerichtet mit ihrer jeweiligen Zahncreme. Es ist kompliziert.

Das eine Kind geht ins Kinderzimmer, um frische Kleider zu holen und meint: „Das Bett ist noch nicht bezogen.“ Mama mach mal, höre ich heraus. Und auch: Yipiih, wieder ein paar Minuten gewonnen, um länger aufzubleiben!

Der Besuch ist fasziniert vom Zimmerservice, den die Kinder erhalten. „Die gerichteten Zahnbürsten – das klang so ansprechend, ich habe gerade Lust bekommen, meine Zähne zu putzen.“ „Das frisch bezogene Bett“, meinte die andere, „das war echt verlockend. Am liebsten hätte ich mich reingelegt.“

Als ich in der Küche letzte Reste beseitige, fragen sie: „Richtest du schon den Frühstückstisch?“ Nein, das mache ich manchmal, wenn ich alleine bin. Gewinnt aber nicht viel Zeit am Morgen. Das geht so nebenher.

Es ist erstaunlich, wie anders die Sichtweise von Außenstehenden ist. Ich überdenke nochmal unseren Zimmerservice, bin aber letztlich doch zufrieden, wie es im Moment ist. Die Kinder haben ihre Aufgaben, die sie meistens erledigen. Auch ohne Murren. Manchmal wird was vergessen, aber das finde ich halb so wild. Dann ist die Spülmaschine eben nicht ausgeräumt.

Aufgaben der Kinder:
– Tisch decken
– eigenes Geschirr in die Spülmaschine räumen (blöd, nur das eigene, finde ich)
– Tisch abwischen nach dem Essen
– Boden fegen nach dem Essen
– Spülmaschine ein- und/oder ausräumen (meistens an Werktagen, wenn wir Erwachsenen arbeiten)

Sonntags wird das Bad geputzt. Auch da hat jeder seine Aufgaben.
Wäsche in den jeweiligen Wäschekorb finde ich eine Selbstverständlichkeit, die die Kinder schon lange machen. Ebenso wie nach Bedarf den Müll runterbringen oder die Mülltonne von der Straße holen.

Für diese Aufgaben erhalten die Kinder kein Geld, sie sind auch nicht mit dem Taschengeld verbunden (nur wenn, dann….). Da wir zusammen leben, muss einfach jeder was machen. Je nach Bedarf ist das mal mehr, mal weniger. Im Moment bin ich zufrieden damit.