Die starke Frau ist nicht mehr stark. Ob sie überhaupt je so stark war, wie ich immer dachte?

Sie sieht klein und zerbrechlich aus, Zähigkeit und Ausdauer sind weg. Wohin?

Sie war immer die Starke, Unerschütterliche. Mein Fels in der Brandung. Früher und heute. Sie ist da, wenn ich sie brauche. Jetzt braucht sie mich und wartet, dass ich komme. Es scheint so verkehrt, hat aber doch auch seine Richtigkeit. Es ist wie es ist. Nix bleibt, wie es war. Und wird auch nicht so sein.

Die starke Frau gibt es nicht mehr. Sie ist so schwach, dass ich Angst habe um sie.

Ich habe das Gefühl, dass ihre Stärke auf mich überging. Jetzt bin ich die Starke. Ich bin da, wenn sie mich braucht. Ich stütze sie, wenn sie zu fallen droht. An mir kann sie sich fest halten. Und nicht nur sie. Ich halte dagegen, ich möchte den Mund aufmachen und laut anschreien gegen all diese Ungerechtigkeit. Ok, das muss ich noch ein bisschen üben. Aber festhalten könnt ihr euch schon mal an mir. 😉