Schon wieder ist ein Monat um. Was, schon Juni?

Immer am 5. eines Monats fragt Frau Brüllen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Heute ist Pfingstmontag, Feiertag und wir haben alle frei. Mehr oder weniger, der Mann muss erreichbar sein. Und was macht man so an Pfingsten?

Huch, ich bin schon im Feiertagsmodus, es ist schon nach 9, als ich endlich aufstehe. Die Jungs spielen zusammen „Scotland Yard“ im Wohnzimmer, und das relativ leise. Ach, wie schön. Der Mann steht auch bald auf und wir frühstücken den Rest Erdbeerkuchen von gestern. Heute nicht mehr gar so lecker, ein Kind bevorzugt deshalb auch Müsli.

Ich habe etwas Kopfweh und hoffe, dass es nicht schlimmer wird.

Während des Frühstücks beraten wir, welche Mühle wir heute anschauen wollen. Immerhin ist ja deutscher Mühlentag. Da machen wir meistens mit. Wir richten uns, rufen zwischendurch noch schnell die Oma an und sitzen schliesslich um halb 12 im Auto.

Wir müssen ein Stückchen fahren, durch Dörfer, die ich dem Namen nach kenne, aber ich weiss nicht, ob ich da schon jemals war. Wir halten an einem Bergwerk an, das heute geöffnet hat. Es schaut interessant aus. Also rein mit uns. Zuerst dürfen wir in einem kleinen Museum Platz nehmen und kriegen Hintergründe erklärt. Alles sehr anschaulich und kurzweilig. Der Vortragende hat sichtlich Spass. Anschliessend geht es ins Bergwerk. Vorher müssen wir uns noch Gummistiefel, Regenumhang und Helm anziehen. Und dann warten, bis die vorherige Gruppe den Stollen verlassen hat. Die Warterei ist nicht so langweilig, weil vor dem Stollen geschmiedet wird. Endlich dürfen wir ins Bergwerk. Es ist kalt und feucht und sehr dunkel. Zum Glück haben die Jungs Taschenlampen ergattert. Ohne Helm hätten wir uns schon längst den Kopf angestossen, auch der Umhang leistet gute Dienste. Wir waten durch Pfützen und zwängen uns durch enge, kleine Gänge. Es ist höchst spannend. Der Stollen wurde erst 1978 entdeckt und langsam aufgegraben, da gibt es noch einiges zu entdecken. Die Arbeit unter Tage muss grauenvoll gewesen sein. Dunkel, feucht, körperlich anstrengend. Oft waren Kinder im Stollen, weil die kleiner waren. Ein echter Knochenjob.

Durch die Entdeckung Amerikas und den damit einhergehenden Überfluss an Silber, war der Silberabbau bei uns nicht mehr lukrativ und wurde eingestellt. Das wusste ich nicht.

Die Luft im Berg war angenehm: kühl und staubfrei. Kaum wieder draussen, erschlägt uns fast die Schwüle.

Wir laufen los zur nahe gelegenen Mühle. Leider an der Straße entlang, zum Glück ist es nicht weit. Dort angekommen, haben wir ordentlich Hunger. Es gibt leckeres Bauernbrot und herzhafte Bauernvesper dazu. Der Rahmkäse ist sehr lecker! Nebenher dürfen wir helfen beim Butter stampfen. Noch so ein anstrengender Job. Doch die Butter schmeckt sooo gut!

Anschliessend schauen wir uns noch die Mühle an, dann laufen wir wieder zurück. Diesmal den schönen Weg am Bach entlang. Die Kinder hüpfen vergnügt und wir sind alle guter Laune. Das Wetter ist ok, es tröpfelt mal kurz, aber das wars auch schon.

Wir fahren ein kurzes Stück, um uns noch die Hammerschmiede anzuschauen. Das ist eine spannende Mühle, bei der wir schon mal waren. Das Wasserrad treibt einen Hammer an, den der Schmied zum Schmieden nimmt. Sehr spannend und eindrucksvoll. Der Mann vor Ort beantwortet geduldig alle Fragen und führt die Arbeit vor. Anstrengend und laut.

Auf dem Rückweg zum Auto kommen wir an einem Laden durch, der heute geöffnet hat. Wir kaufen Lebensmittel und das Kind bekommt einen neuen Hut.

Dann fahren wir gleich zu Oma und Opa, ein Kind wird die nächsten Tage dort bleiben. Wir erzählen von unserem Tag und wie die nächsten Tage geplant sind. Dann endlich fahren wir nach Hause.

Kind und Mann gehen in die Wohnung und richten sich für den Abend, ich fahre noch kurz ins Krankenhaus. Dort gibt es gute Nachrichten, ich bleibe länger, als ich wollte. Es ist schön, so intensiv Zeit zu haben.

Als ich nach Hause komme, sitzen Mann und Kind vor dem Fernseher. Da wir noch Erdbeeren haben, mache ich Erdbeersorbet, das essen wir vor dem Fernseher. Als der Film (X-Men) fertig ist, geht das Kind ins Bett. Ist ja auch schon spät (21:30), aber sind ja Ferien.

Der Mann und ich schauen noch weiter „Ripper Street“. Da gibt es eine neue Staffel.