Wir haben ein Kind in der 4. Klasse. Nach diesem Schuljahr steht der Wechsel auf eine weiterführende Schule an. Bisher war das kein Thema. Dachte ich.

Doch jetzt habe ich mitbekommen, dass Kinder weinen, wenn sie eine schlechte Note haben, weil sie ihre Chance aufs Gymnasium zu gehen verpasst haben (!).
Kinder lernen, weil sie unbedingt aufs Gymnasium möchten.
Kinder stacheln sich gegenseitig an, welches Gymnasium am besten sein soll.
Kinder, die ältere Geschwister haben, kennen die Situation am Gymnasium, entweder man macht Sport oder Musik. Beides geht nicht mehr. Irgendwann kommen die Grenzen des Machbaren.
Manche Kinder stehen enorm unter Druck. Weinen bei schlechten Noten oder anderen kleinsten Anlässen.

Aber auch die Eltern stehen unter Druck. In den Veranstaltungen reden alle von weiterführenden Schulen, aber immer ist nur das Gymnasium gemeint. Es gibt viele Wege zum Abitur, alle werden aufgezeigt, als ob es nur das Abitur als Abschluss gäbe. Der Druck der Eltern geht auf die Kinder über, nur wer gute Noten hat, darf aufs Gymnasium. Dass dort der Druck weiter geht, ist vielen nicht bewusst. Die fröhlichen Kinder, die doch so gerne in die Schule gingen, haben auf einmal Angst vor Arbeiten und sehen sich als Versager. Sie stöhnen unter der Last der Hausaufgaben. Bei vielen kommt dazu noch Nachhilfe und/oder Extraaufgaben der Eltern.

Das sind Viertklässler! Die sollten eigentlich mit Freude in die Schule gehen und mit Freude lernen. Nicht um aufs Gymnasium zu kommen, sondern weil es Spaß macht zu lernen, erforschen und wissen.

Irgendwas läuft hier total schief.