Pausenbrot
Hier hat ein Kind jahrelang das gleiche Pausenbrot konsumiert: Brot mit Erdnusscreme und Schwarzwälder Schinken. Das war insofern einfach, weil es morgens keine Fragen gab. Brot wie immer, fertig! Welche Brotsorte genommen wurde, war relativ egal. Beliebt waren natürlich die hellen Sorten wie Bauernbrot, weniger beliebt Körnerbrot. Irgendwann kam noch ein Salatblatt dazu. Das war uns ausgewogen genug und fast immer aufgegessen. Über die Bentoboxen habe ich mich lustig gemacht, denn mal ehrlich: welches Kind isst Karotten in Blümchenform? Meine Jungs hätten das von der ersten Klasse an als unnötig, wenn nicht gar peinlich angesehen. Und verweigert. Wenn sie eine Karotte wollen, dann soll die bitte auch wie eine Karotte aussehen. Das war eine zeitlang auch mal attraktiv. Äpfel gingen eher nicht, weil die zu lange dauern zum Essen, da reicht die Pause nicht. Und aufgeschnittenen Äpfel werden bäh (auch wenn sie mit Zitronensäure behandelt werden, sie schmecken einfach nicht so gut!).
Das andere Kind hat sich ein bisschen am Bruder orientiert. Verweigerte allerdings das Salatblatt. Da kam dann die Karotte ins Spiel. Und natürlich darf die nicht neben dem Brot liegen, dann wird sie nämlich auch bäh. Eine Zeitlang fand dieses Kind auch diese eingepackten Käsestangen toll. Warum nur? Wir haben angeboten, unseren leckeren Marktkäse zurechtzuschneiden, aber das war es nicht. Diese Käsedinger gab es manchmal zum Nikolaus oder Geburtstag.
Inwischen sind die Jungs zehn und dreizehn Jahre alt, sie gehen in die 4. und 8. Klasse und wollen seit diesem Schuljahr kein Pausenbrot mehr. „In den Ferien esse ich zwischen Frühstück und Mittagessen auch nix.“, war die Argumentation. Also gibt es: nix mit nichts. Die Morgende sind sehr entspannt, die Spülmaschine viel leerer und die Jungs dennoch so aufmerksam, wie man in der letzten Schulstunde halt sein kann. Bei Ausflügen gibt es immer noch ein Brot, wie oben beschrieben. Beide Jungs haben einmal die Woche nachmittags Schule, da nehmen sie Geld mit und gehen zum Bäcker, Supermarkt oder ein Döner holen. Das ist nicht ideal, aber es gibt bzw. gab keine Mensa. Einmal die Woche ist das durchaus vertretbar, sie verschönert den langen Schultag und sie sind traurig, wenn der Nachmittagsunterricht länger ausfällt, weil dann das besondere Mittagessen ebenso ausfällt. 😉
Die anderen Tage essen die Kinder mittags zu Hause (ich weiß, das ist jetzt sehr altmodisch) , dort wird täglich frisch gekocht, je nach Zeit und Laune gibt es nur Nudeln mit Soße, meistens jedoch bemühen wir uns, das Gemüse der Gemüsekiste aufzuessen. Ein Kind isst gerne Salat und öfter auch Gemüse, ein Kind mag das gar nicht oder nur ganz bestimmte Sorten und Zubereitungen. Unsere Devise: bloß kein Streß wegen Essen!