Ich weiss nicht mehr, wann und wo ich das erste Mal Jiaozi gegessen habe. Wir haben sie extensiv in China gegessen, da gab es ein superleckeres Jiaozi-Restaurant in der Nähe. In Chinatown in London haben wir sie auch gerne gegessen. Das tolle: wir alle essen sie gerne.

An Chinesisch Neujahr ißt man die Jiaozi traditionell, weil erstens alle bei der Zubereitung helfen können und zweitens symbolisieren die Jiaozi Reichtum, da sie ein bisschen aussehen wie die traditionellen gut gefüllten Geldbeutel. Na ja, ob man dran glaubt oder nicht, sie schmecken auf jeden Fall sehr gut.

Zu machen sind sie im Grunde einfach, aber doch etwas zeitintensiv. Ich habe sie mal mit Schülern gemacht, das ging ganz gut, weil jeder einen Part übernehmen konnte. Der eine knetet den Teig, der andere rollt den Teig, die eine füllt den Teig und die andere kocht sie. Wenn ich die Jiaozi alleine zu Hause zubereite, vergeht mir nach einer Weile die Lust.

Angebraten esse ich die Dinger auch sehr gerne, das habe ich mich aber noch nie getraut, bzw. es waren noch nie welche übrig, um das überhaupt mal auszuprobieren.

Hier mal so eine Richtlinie als Rezept, eigentlich ist es ein Restverwerter, weil man nehmen kann, was der Kühlschrank hergibt:

– 500g Mehl
– 250g Wasser bzw. gerade so viel, dass der Teig zusammengehalten, aber nicht matschig wird.
– etwas Salz
-> daraus einen Teig kneten und etwas ruhen lassen

Füllung:
– 400g Hackfleisch
– 200g Gemüse (Chinakohl, Skitake, Karotte, Zucchini, Mangold, Pak Choi ….)
– 2-3 Frühlingszwiebeln
– 2-3 Zehen Knoblauch
– ca 2 cm großes Stück Ingwer
– Schnittlauch (optional)
– Sojasauce
– Pfeffer
-> das Gemüse sehr klein schneiden und dann mit dem Fleisch zusammen vermanschen

Aus dem Teig kleine runde Fladen rollen, Füllung drauf und zusammenkneten. Ich schaffe das leider nicht so schön, es gibt da viele verschiedene Möglichkeiten, wie die Dinger aussehen sollen. Bei uns sehen sie in etwa so aus:

Anschliessend ins kochende Wasser geben und kurz drin ziehen bzw. kochen lassen. Man kann da immer noch ein bisschen kaltes Wasser dazu schütten, je nach Lust und Zeit mache ich das. Beim Kochen aufpassen, dass sich keine Jiaozi am Boden des Topfes verstecken und dort festkleben.
Zum Essen nehmen wir gerne verschiedene Saucen: Sojasauce, Reisessig, Chilisauce ….

Da ich bei den Schülern Vegetarier dabei hatte, gab es dort auch vegetarische Jiaozi mit Tofu und Skitake-Pilzen. Die waren auch sehr lecker!

Nachtrag: Inzwischen essen wir auch kein Fleisch mehr, daher gibt es die Jiaozi gerne mit Tofu. Im Grunde kann man alles verwenden. Ich hatte letztes Mal gekochte weiße Bohnen dabei, das war auch sehr lecker. Die Füllung asiatisch würzen, ich finde dabei Ingwer unverzichtbar – und fertig.

P.S. Ich habe sie mal mit roter Bete gemacht, das fand ein Kind gar nicht lecker.