Ein Kind hat mir neulich sein Leid geplagt, wie sehr es genervt ist vom Vater und vom Bruder. Das war ein schönes Gespräch zu zweit und ich habe mich trotz der Kritik sehr mit dem Mann verbunden gefühlt und habe versucht, seine/unsere Sicht mitzuteilen. Wir haben Lösungsvorschläge gefunden und werden die jetzt ausprobieren. Ich bin froh, dass das Kind sich mitgeteilt hat. Es leidet, das sehen wir alle. Es vermisst seine Freunde so sehr, da können alle digitalen Möglichkeiten nicht mithalten. Einerseits finde ich das toll zu sehen, dass all die Digitalität halt doch nicht alles ersetzen kann, andererseits auch echt schade.

Uns geht es gut, wir haben ein tolles Zuhause, genug zu essen und verstehen uns meistens auch ganz gut. Aber dennoch fehlt was, einem Kind eben besonders. Bisher waren die Tage ziemlich durchstrukturiert mit Schule, Sport und anderen Freizeitaktivitäten und jetzt fällt alles, aber auch alles weg. Das können wir nicht kompensieren. Zuerst war es nicht so schlimm, wir waren beschäftigt, die Jungs dürfen mehr Zeit an ihren digitalen Endgeräten verbringen, aber …. es reicht nicht.

Die Motivation für die Schule was zu machen fällt, weil die Rückmeldung fehlt. Es reicht nicht, wenn einfach nur Seiten abfotografiert werden aus dem Buch und die Schüler einzelne Sätze in ihr Heft übertragen sollen. Das ist blöd. Ich finde es eine Zumutung, solche Seiten zu lesen. Könne die Lehrer denn nicht die Seiten wenigstens ordentlich einscannen? Das ist normaler Unterricht, der schon langweilig ist und nur, weil jetzt mal ein pdf verschickt wird, hat das noch lange nichts mit digitalem Lernen zu tun. Da könnte mehr gehen. Das ist schade.

Beruhigend ist, dass es allen so geht und wir jetzt einfach schauen, inwieweit wir was verändern können.