Vor einem Jahr waren wir an Ostern in England, heute denken wir gerne daran zurück. Wie unbedarft wir waren. Wie sich die Welt verändert hat.

Heute sitzen wir zu Hause und beschränken unsere persönlichen Kontakte. Wir gehen nicht mehr so oft einkaufen und arbeiten öfter mal zu Hause. Die Kinder haben gar keine Schule mehr. Wie geht es weiter?

Die Kinder haben sich Brunch gewünscht, also gab es das: ein spätes Frühstück mit Scones und Rührei. Lecker.

Anschliessend krutschteln wir ein bisschen, das hört wohl nie auf. Es gibt echt immer was zu tun. Ein Kind macht immerhin noch was für die Schule. Ein Kind hilft ab und zu dem Mann, der den Wasserhahn im Bad tauscht.

Am Nachmittag gibt es Reste der Ostertorte. Sie ist immer noch pappsüß und mächtig, aber doch auch sehr lecker.

Später schauen der Mann und ich die zweite Folge der Aenne Burda Verfilmung. Vieles wusste ich gar nicht. Es ist interessant zu sehen, wie sehr sie gekämpft hat, wie ihr der Mann auch noch Steine in den Weg gelegt hat und wie einfach manches für ihn war, nur weil er ein Mann war. Da hat sich einiges gebessert, aber es ist noch viel, viel Luft nach oben. Die Arbeit bei Burda war mein erster größerer Ferienjob, dort hat man vor allem gut verdient. So dass ich mir mein eigenes Saxophon leisten konnte. Bei den Arbeitern war die Aenne nicht so beliebt, die haben immer nur vom Franz geschwärmt. Doch vielleicht war sie auch unbeliebt, weil sie eine erfolgreiche Frau war und ihr Ding durchgezogen hat. Sicherlich ist im Film manches zu einfach und erfolgreich dargestellt, aber es gibt doch einen anderen Blick auf die Familie. Ich fand das durchaus sehenswert, sind aber auch gute Schauspielerinnen dabei.

Während wir den Film schauen, zocken die Jungs. Später zieht ein ziemlicher Wind auf, es pfeift an allen Ecken. Dazu scheint jedoch die Sonne, hier war das Wetter immer noch gut, lediglich heute durch den Wind ein bisschen ungemütlicher. Eigentlich wollte ich noch eine Runde drehen, aber das macht mich jetzt gar nicht an. Am Meer, ja da würde ich jetzt noch raus gehen und mich durchpusten lassen, aber hier in der Stadt?

So bleiben wir alle brav zu Hause, manche essen noch was und später schauen wir noch gemeinsam einen Film, wie fast jeden Abend. Das ist langweilig und spießig, aber im Moment ok. Für die Kinder gibt es noch eine Woche Osterferien, mal schauen wie es dann weiter geht. Und ja, sie machen auch in den Ferien was für die Schule, weil sie ja bisher eher wenig gemacht haben.