Heute gibt es etwas früher Frühstück, schon um 7.30 Uhr. Wir wollen heute auf den Gletscher und haben ein ganzes Stück Weg vor uns. Gestern schon haben wir die Steigeisen und sonstige Ausrüstung bekommen, heute wird alles nochmals gecheckt und konform verstaut. Boah, ist das schwer: warme Sachen, Eispickel, Eisbohrer und natürlich Verpflegung für den Tag. Das erste Stück fahren wir daher mit dem Auto. Wir können auch von der Hütte aus loswandern, doch das wäre zäh auf dem Rückweg, also gönnen wir uns den Luxus.

Nach kurzer Fahrt lassen wir die Autos stehen und laufen los. Der Weg führt erst mal am Klettersteig entlang, den wir nochmals genauesten inspizieren, morgen werden wir ihn begehen. Doch heute gehen wir dran vorbei. Der Weg ist wieder schön zu laufen, es gibt rote Felsen und einen schmalen Weg, den wir hintereinander gehen müssen. Wir kommen ganz schön ins Schnaufen. Auf einem riesigen Felsen machen wir eine kleine Rast. Dort gibt es Tümpel mit Kaulquappen, die Kinder fangen einige und lassen sie natürlich auch wieder frei.

Frohen Mutes steigen wir weiter, der Weg wird felsiger und karger. Wir machen nochmal Rast. Ich bin sehr durstig und froh, dass das Kind seine Flasche gut gefüllt hat. Kurz vor dem Gletscher schauen wir uns etwas um, dort gibt es einen Tümpel, der ganz anders aussieht, das Wasser ist ganz anders. Wir legen uns auf den Bauch und robben vor an die Wand, die steil runter fällt. Dort haben wir einen guten Blick auf den Gletscher. Wir laufen bis kurz vor den Gletscher, dort ziehen wir die Steigeisen und manche ihre Regenhosen an. Das dauert.

Als endlich alle fertig gerichtet sind, stapfen wir los. Das jüngste Kind bleibt wieder mit der Mutter zurück. Sie schauen uns von unten zu, wir werden nachher wieder auf sie treffen. Auf dem Gletscher sind die Steigeisen eine große Hilfe, man kommt richtig gut voran. Allerdings muss man auch sehr breitbeinig laufen, es ist ein bisschen wie mit Schneeschuhen. Der Bergführer erklärt uns, wie man die Eisbohrer und Eispickel benutzt, die Kinder bauen zusammen einen kleinen Stausee auf dem Gletscher, manche bohren mit dem Eisbohrer und essen das mindestens 300 Jahre alte Eis.

Manche laufen noch ein bisschen auf dem Gletscher herum. Es ist total warm und sonnig. Wir haben zwar Mütze und Handschuh an, aber nicht die Extrajacken und Thermohosen. Der Bergführer erkundet eine Gletscherspalte, in die wir rein dürfen. Zuerst werden die Kinder einzeln am Seil runtergelassen. Alle Kinder machen mit und sind sehr beeindruckt. Dann sind die Erwachsenen dran, dazu braucht es alle Erwachsenen um sich gegenseitig zu sichern. Ich bin erst skeptisch, dann traue ich mich aber doch. Wie toll es dort ist: ganz gedämpft die Geräusche und wie wunderschön die Farben, dieses Türkisblau, Gletscherblau. Ich bin total geflasht. Durch das Abseilen bin ich ziemlich nass geworden, doch da es nicht kalt ist, stört das gar nicht.

Wir sind eine ganze Weile auf dem Gletscher und als wir uns wieder auf den Rückweg machen, wären manche gerne noch länger geblieben. Doch wir haben ja noch ein ganzes Stück Weg vor uns. Wir schnallen uns wieder die Steigeisen ab, säubern und verstauen sie, ebenso die Werkzeuge. Dann machen wir uns auf den Rückweg, den alle erstaunlich gut durchhalten.

Am großen Felsen mit den Kaulquappen halten wir wieder an, dort treffen wir auf den Rest der Gruppe. Jetzt ziehen wir alle unsere Schuhe aus und halten unsere Füsse ins Wasser, die Kaulquappen knabbern an unseren Füssen. Das ist so kitzelig!

Nach einer Stärkung machen wir uns auf den Rest des Weges. Wir sind froh, dass wir in die Autos steigen dürfen und nicht noch den etwas langweiligeren Weg bis zur Hütte laufen müssen.

Der Urlaub ist selbst bezahlt worden und ich habe keine Vorteile, dass ich davon berichte. Das Niedergeschriebene ist meine persönliche Meinung.