Heute frühstücken wir wieder ein bisschen später, um 8 Uhr. Zur Freude eines Kindes. Ich bin trotzdem sehr früh wach, die Hütte ist sehr hellhörig. Aber so ist das wohl auf Hütten. Immerhin können wir den Tag erst mal ruhig angehen lassen.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf zum Klettersteig. Wir fahren mit den Autos, das ist mit dem ganzen Gepäck etwas einfacher, auch wenn das Stück nur kurz ist. Am Klettersteig ist schon einiges los. Unser Bergführer erklärt uns nochmal die Grundregeln und die Sicherung. Ganz wichtig. Jeder muss jederzeit gesichert sein. Er sagt auch, in welcher Reihenfolge wir laufen. Ein Kind darf als erstes laufen und freut sich, welch Verantwortung! Die Mutter mit dem kleinen Kind bleibt wieder zurück. Sie wäre auch gerne geklettert, doch das geht noch nicht. So erkundet sie die Umgebung. Doch zuerst winkt sie uns noch eifrig. Wie klein und kleiner sie wird.

Es geht über wackelige Brücken und an vielen Felsen vorbei und hoch, später kommt sogar noch ein Überhang. Das ist anstrengend, aber auch schön. Wir kommen zügig voran, obwohl wir immer wieder etwas warten müssen, da vor uns ebenfalls eine Gruppe klettert. An einem Vorsprung machen wir Rast und stärken uns, ausserdem lassen wir die Familie hinter uns vorbei und geben denen vor uns etwas Vorsprung. Direkt am Felsen hängend warten zu müssen kann sehr anstrengend werden. Ich esse nix, ich habe das Gefühl, jedes Gramm an mir ist zu viel, es ist sehr anstrengend und geht in die Arme. Nach der Pause klettern wir noch das letzte Stück, das am herausforderndsten ist. Glücklich und zufrieden kommen wir alle oben an. Wir tragen uns in das Buch ein und stärken uns nochmal. Hinter uns kommt eine Familie die Wand hoch, die ohne Helm unterwegs ist. Der Bergführer findet das unverantwortlich, wir haben alle etwas Steinbruch abbekommen vorhin am Fels.

Zurück laufen wir an der Straße entlang. Das ist nicht gar so schön, doch es gibt immer wieder Abkürzungen. Als wir wieder unten ankommen, machen wir kurze Pause und rüsten uns dann, um nochmals am Fels zu klettern. Der Bergführer sucht einen besonders schwierigen Fels für das große Kind. Es hat auch schwer dran zu knabbern und findet den Weg nach oben nicht auf Anhieb, sondern erst als der Bergführer ihm mit Magnesium ein paar Griffe zeigt. Es ist sehr knifflig. Die anderen Erwachsenen, die den Weg klettern wollen, schaffen es nicht! Welch Genugtuung für das Kind. Nur der Bergführer klettert behände die Wände hoch, flink wie eine Gämse. Das andere Kind mag nicht klettern und spielt mit den anderen Kindern. Manche sind noch eifrig am Klettern, manche brauchen eher eine Pause, jeder darf, wie er will. Ich bin vom Sichern sehr platt, meine Hände sind sehr müde, das ist total anstrengend. Daher klettere ich auch nicht mehr, nur ein bisschen, aber nicht weiter höher. Mir hat es gereicht heute.

Später am Nachmittag packen wir zusammen und fahren mit den Autos zurück zur Hütte. Es ist sonnig und die Terrasse gut besucht. Wir trinken nichts mit den anderen heute, sondern begeben uns aufs Zimmer und ruhen uns aus. Beide Kinder schlafen sogar ein bisschen ein. 😉

Abends gibt es ein frühes Abendessen mit leckeren Käsespätzle. Es schmeckt supergut. Das Kind, das keine Käsespätzle mag, bekommt Schnitzel mit Pommes und ist glücklich. Wir machen nur kurz Pause und treffen uns dann schon wieder um noch einen Spaziergang durch den Wald zu machen. Dabei sammeln wir eifrig Holz, mit der Axt wird es ein bisschen zerkleinert. Das Zirbenholz riecht wunderbar. Wir laufen anschliessend zum Lagerfeuerplatz und machen ein schönes großes Feuer. Manche Kinder sind sehr verzückt. Und alle sind eifrig dabei, Holz auf zu legen. Über der Glut grillen wir Würstchen. Da keiner Stockbrotteig gemacht hat, gibt es den auch nicht. Etwas später gibt es noch gegrillte Banane mit Schokolade. Das schmeckt fast allen sehr lecker.

Wir sitzen noch eine Weile am Feuer und geniessen die Wärme und den Abendhimmel. Die Kinder werden immer ruhiger, die Erwachsenen reden leise. Irgendwann machen wir uns wieder auf den Weg zur Hütte. Was für ein schöner Abend.

Da wir unseren Schlüssel abgegeben hatten und die Rezeption schon zu hat, weil keine Gäste mehr da sind, kommen wir nicht in unser Zimmer. Doch unser kompetenter Bergführer hilft uns auch hierbei. 😉 Die Kinder sind fasziniert von seinen vielfältigen Fähigkeiten. Müde fallen wir in die Betten.

Der Urlaub ist selbst bezahlt worden und ich habe keine Vorteile, dass ich davon berichte. Das Niedergeschriebene ist meine persönliche Meinung.