Heute sind wir wieder früh dran, weil wir eine größere Tour geplant haben. Wir wollen einen 3000er Gipfel erklimmen. Mit den Autos fahren wir ein Stück bergauf, irgendwo bleiben wir stehen und laufen los. Querfeldein auf alten Schmugglerwegen. Der Bergführer gibt gute Tips und Ratschläge, wir folgen ihm. Wir sammeln Steine, um sie in einem Gletschersee hüpfen zu lassen. Das Wasser ist sehr trübe. Gletschermilch heißt das, erfahren wir.

Nach kurzer Pause geht es weiter bergauf, es ist anstrengend, weil es über viele Steine geht. Da ist Konzentration gefordert. Die Landschaft ist karg, aber schön. Wir sehen und hören aufgeregte Murmeltiere. Die Kinder sind ganz aus dem Häuschen.
Wir kommen an einen glitschigen Gletschersee und stapfen barfuss darin rum. Das macht allen Spaß, auch wenn es sehr kalt ist.

Das Wetter wird immer ungemütlicher, dichte Wolken kommen von den Gipfeln. Der Bergführer rät vom Weiterlaufen ab. Wir sind etwas enttäuscht, immerhin wollten wir eine Ländergrenze passieren und einen 3000er Gipfel erklimmen. Doch wir sehen ein, dass die Wetterverhältnisse das nicht hergeben.

Also machen wir uns wieder auf den Rückweg, es wird immer dunkler und fängt an zu regnen. Wir gehen einen anderen Weg bergab, immer noch über viele Steine. Der Regen wird immer stärker. Ich bin froh um die Winterjacke, die ich inzwischen anhabe.

Als wir bei den Autos ankommen, sind wir ganz schön nass. Wir fahren noch weiter hoch bis zur Bergstation, dort gehen wir ins Restaurant und wärmen uns auf. Die Jungs wollen beide Burger. Ich habe keinen Hunger und trinke nur etwas. Der Ausblick ist gar nicht mehr schön, wir schauen auf Seilbahnen und Maschinen, die alles für den Winter herrichten. Zwischendurch gibt es abgedeckte Schnee- bzw. Gletscherfelder, Snowfarming heißt das.

Wir besuchen noch einen begehbaren Gletscher, doch nach unserem Erlebnis vor Ort in der Spalte ist das eher enttäuschend. Dann gehen wir noch in den Souvenirshop. Schliesslich fahren wir wieder zur Hütte, es hat sich inzwischen eingeregnet und ich geniesse die Sitzheizung. Immer wieder müssen wir anhalten, weil Kühe auf der Straße sind. An der Hütte angekommen, rennen wir ins Haus und hüpfen ins Bett. Oder duschen. Oder beides. Am frühen Abend treffen wir uns, um unsere Ausrüstung zurück zu geben vor der Hütte. Alle helfen eifrig mit. Die Kinder spielen noch ein bisschen miteinander.

Zum Abendessen sind wir wieder alle gemeinsam am Tisch. Es gibt Hackbraten mit Nudeln, zum Nachtisch Eis mit Fruchtsalat. Wir reden über die Woche, unsere Erfahrungen und Vorschläge. Dann tauschen wir noch Adressen aus. Der Bergführer verabschiedet sich, er fährt heute noch die Ausrüstung zurück und kommt dann nicht mehr. Wir spielen Karten, trinken den letzten Schnaps und bezahlen unsere Rechnung. Spät und mit leichtem Abschiedsschmerz schlafen wir endlich ein.

Der Urlaub ist selbst bezahlt worden und ich habe keine Vorteile, dass ich davon berichte. Das Niedergeschriebene ist meine persönliche Meinung.