Bei uns ist der Dreikönigstag ein Feiertag. Früher sind in den Tagen vorher die Könige um die Häuser gezogen, oft waren sie länger bei uns zu Gast. Das ist inzwischen nicht mehr der Fall und dieses Jahr zieht auch niemand um die Häuser. Also lassen wir den Tag ruhig angehen.

Bei Schneeregen laufen wir in kleiner Runde den üblichen Hundespaziergang. Es ist gar nicht so kalt wie gedacht und wir kommen ganz schön ins Schwitzen. Wieder zu Hause backe ich den Dreikönigskuchen fertig, der eine Übernachtgare bekommen hatte.

Das Kind hat sich wieder ins Bett verzogen und möchte nicht frühstücken, das andere Kind möchte nicht mal zum Mittagessen geweckt werden, also früstücken der Mann und ich zusammen. Der frische Kuchen schmeckt mir so gut, dass ich viel zu viel davon esse und die Mandel finde. Bin ich Königin!

Nach dem Früstück versuchen wir länger was zu installieren. Ich bin da immer sehr ungeduldig, aber wenn ich immer aufgebe, wird das nie was. Na ja, so ganz ist mir der Nutzen auch nicht klar, weil ich auch ohne gut auskomme, aber natürlich ist es nice to have. Wir wurschteln uns durch den Tag und nach dem Mittagessen mache ich mich schon wieder ans Backen. Ich möchte eine Galette de roi backen, die kaufen wir sonst immer in Frankreich, aber das ist ja im Moment nicht möglich. Mit dem gekauften Blätterteig sollte das auch nicht allzu schwer sein. Leider misslingt mir die Füllung. Ich habe mich aber auch nicht ans Rezept gehalten. Na ja, schmecken tut sie und die Jungs meinen, ich solle das nochmal probieren 😉
König wurden 2, da die eingebackene Mandel beim Aufschneiden halbiert wurde. Immerhin wurden die Kuchenstücke traditionell verteilt: das jüngste sitzt unter dem Tisch und sagt, wer welches Kuchenstück bekommt.
Während des Backens führe ich mir das Dreikönigskaffee zu Gemüte und freue mich, Menschen wieder zu sehen und zu hören, wenn auch nur virtuell.

Den Rest des Tages verbringen wir wieder jeder mit seinem Kruscht. Es wird Wäsche gewaschen, zusammengefaltet und weggeräumt, Lampen ab- und aufgehängt, aufgeräumt, gelesen, telefoniert, mit dem Hund gespielt und Gassi gegangen. Schwupps ist auch schon wieder Abend. Die Nachrichten erstaunen uns sehr, da in Amerika die Hölle los ist: das weiße Haus wurde gestürmt von Trump-Anhängern. Ich bin baff. Was ist nur los in dieser Welt? Haben wir nicht genug zu tun mit dem Virus und seinen Mutationen? Verwirrt oder eher verstört gehe ich ins Bett.

So ein Feiertag in der Mitte der Woche ist schön. Die Arbeitswoche ist dadurch kurz und überschaubar. Noch 2 Tage arbeiten, dann ist schon wieder Wochenende! Und dann ist es erst mal vorbei mit den Feiertagen, selbst hier im Süden.