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Bahnhofsbuchhandlung

Wenn man am Sonntag am Bahnhof ist und die Läden aufhaben, ist das sehr verlockend. Wenn man dann grad vorher noch Geld geschenkt bekommen hat, gibt es fast kein Halten mehr.

So war das gestern. Die gutsortierte Bahnhofsbuchhandlung hatte noch viel mehr zu bieten, doch die Jungs sind glücklich mit ihren Errungenschaften. Damit war auch die Heimfahrt kein Problem. Kein Genörgel, kein Gejammer nach iPad…..

Gerade eben haben wir zu 3t das Buch angeschaut, überhaupt nicht mein Fall, war aber sehr gemütlich und ich habe einfach die Stimmung genossen. Und Lexikon an sich mag ich ja schon.

Vielleicht sollten wir öfter Ausflüge zu Bahnhöfen in größeren Städten machen. 😉

Die 3a unter Verdacht

Das Buch wird gerade in der Klasse des einen Kindes gelesen. Passt super, weil es auch die 3a ist.
Das Kind hat das Buch in der Bücherei entdeckt, nein, er hatte sogar danach gefragt (es war die kleine Bücherei, da kann man noch fragen 😉 ), kaum zu Hause, hatte er das Buch ratzfatz durchgelesen.

Die 3a ist eine Klasse mit ganz schlechtem Ruf an der Schule. Wann immer etwas passiert, ist die 3a darin verwickelt. Am Anfang des neuen Schuljahres bekommt die Klasse eine neue Lehrerin. Der Hausmeister warnt sie: „Bei denen müssen Sie von Anfang an zeigen, wer Chef im Ring ist.“
„Chefin“, korrigiert die Lehrerin.
Das war mein Highlight im Buch. Toll! Immer wieder oder immer mehr benutzen Frauen für sich einen männlichen Titel. Das finde ich seltsam, da doch die deutsche Sprache andere Möglichkeiten zulässt. Die Klasse und die Lehrerin wachsen allmählich zusammen und kämpfen für ihre Schulübernachtung. Denn nur wenn die Schüler, die des Diebstahls bezichtigt werden, das Gegenteil davon beweisen, dürfen sie in der Schule übernachten. Da die 3a ihren Ruf weg hat, wird sie natürlich immer der Tat verdächtigt, egal was passiert ist. Doch die Lehrerin gibt der Klasse eine Chance und lässt sich von den Vorurteilen nicht beeinflussen.

Das Buch ist aus dem Leben geschrieben, das Kind konnte sich gut mit dem Schulalltag identifizieren. Die Sprache ist leicht verständlich. Ich finde angenehm, dass es keine Fragen zum Verständnis gibt. Das mag ja ganz nett sein, ich empfinde das oft lästig. Die Eigenheiten der Kinder werden gut beschrieben und auch gezeigt, dass nicht alles, was vordergründig negativ erscheint, auch wirklich negativ ist.

Ich glaube, es gibt noch mehr Bücher von der 3a. Vielleicht lesen wir die auch noch….

Konstantin Wecker: Die Kunst des Scheiterns

Ich bin mit Konstantin Wecker aufgewachsen. Anfangs mochte ich seine knödlige Stimme nicht, da musste ich mich erst rein hören. Eine Weile hat er mich intensivst begleitet. Dann wurde es wieder stiller.

Mit den Liedern verbinde ich sehr viel, weil sie mich eben schon so lange begleiten und ich bei manchen Liedern sofort bestimmte Bilder oder Situationen im Kopf habe. Es ist enorm, wie sehr ich mich mit Musik beeinflussen kann!

Das Buch ist gut zu lesen. Ich mag den Stil. Ich mag es besonders, wenn ich durch seine philosophischen Gedankengänge zum Nachdenken angeregt werde. Oft habe ich das Buch aus der Hand gelegt, damit ich besser nachdenken kann. Manche Gedanken würde ich auch gerne noch vertiefen. Dazu brauche ich aber noch mehr Anregung. Mich hat das Buch angeregt, über mein Scheitern nachzudenken. Wo habe ich versagt? Wo sind meine Scheidewege?

Da im Buch viele Liedtexte stehen, hatte ich immer wieder auch die passenden Melodien dazu im Kopf. Jedes Kapitel hatte ich ein anderes Lied im Ohr. Dadurch war es für mich auch ein sehr musikalisches Buch.

Wecker beschreibt, wie er immer wieder scheitert. Das Leben scheint nur aus Scheitern zu bestehen. Das zieht einen ganz schön runter, ist aber nicht deprimierend, weil Wecker immer auch das Gute im Scheitern sieht. Da gibt es eine Wendung im Leben, die ohne Scheitern gar nicht möglich gewesen wäre. Auch mir sind diese glatten, erfolgreichen Menschen zuwider. Oder ist es Neid in mir? Wäre ich nicht auch gerne so? Erfolgreich und positiv? Da Wecker oft die Meinung sagt, ist er unbequem. Immer noch. Immer wieder. Erschreckend, dass seine Lieder, die er vor Jahrzehnten geschrieben hat, immer noch aktuell sind. Aktueller denn je!

Die Liebe zu seinen Eltern, Vater wie Mutter, beschreibt Wecker sehr schön. Ich glaube, man muss ein gewisses Alter erreicht haben, um dorthin zu kommen. Super, wenn das noch klappt und die Eltern nicht vorher gestorben sind. Auch seine eigene Vaterschaft verändert ihn. Kinder machen verletzlich und setzen andere Prioritäten. Zudem sind sie so faszinierend philosophisch.

Wecker ist voller Power. Das kommt auch in seinem Buch rüber. Der Mann hat Kraft und Mut. Manchmal ist es ein wenig sehr selbstdarstellend. Dennoch denke ich: Mehr Wecker braucht das Land!

Darm mit Charme

Achtung: Beitrag enthält Werbung.

Über das Buch wurde vor einiger Zeit viel gesprochen und es war in den Medien sehr präsent.

Inzwischen ist der Hype abgeflacht und ich kann mich dem nur anschließen. Ich finde das Buch ok, aber mehr nicht. Das meiste, was darin beschrieben wurde, wusste ich schon mehr oder weniger. Ausserdem ist es mir viel zu flapsig geschrieben, mir fehlt ein bisschen die Wissenschaftlichkeit. Doch dann würde es wahrscheinlich nicht mehr die große Masse ansprechen. Viele Vergleiche fand ich auch mehr als hinkend.

Insgesamt ist das Buch gut zu lesen, es liest sich schnell und locker. Weiterempfehlen würde ich es jedoch nicht unbedingt.

Stadt der Kinder

Gege hat das Buch für die Schule kaufen müssen, gelesen und durchgearbeitet. Manche Passagen und Wörter sind unterstrichen! Wie sagte mein Deutschlehrer immer: „Lesen ist ein schriftlicher Vorgang.“

Ich fand es nicht so einfach, in das Buch rein zu kommen. Es handelt von Computerspielen, blabla. Die interessieren mich weder in echt noch als Buch. Dann haben sich jedoch die Ebenen vermischt und diese Mischung war spannend und wurde immer spannender. War das jetzt echt oder Spiel? Und wie lösen das die Kinder?

Klar, die Guten haben gesiegt über die Bösen. Nicht mit Gewalt, sondern mit List. Pädagogisch wertvoll 😉 Aber auch gut zu lesen. Ich fand gut, dass sowohl Mädchen als auch Jungen wichtige Rollen hatten. Dadurch ist das Buch für Mädchen und Jungs interessant zu lesen.

Was auch durchschimmerte: es ist toll, wenn man in einem Bereich gut ist, aber manchmal kommt man damit nicht weiter. Was immer hilft, ist der Austausch. Die Ideen aller brachten letztlich den Erfolg.

Es hat Spaß gemacht das Buch zu lesen. Mal schauen, ob wir die anderen Bände (dies war der 1.) auch noch lesen. Was mich etwas gestört hatte, waren Textpassagen oder Zitate, womit heutige Kinder nix anfangen können. Das stört den Lesefluß etwas, kommt allerdings nur 2x vor.

Coolman und ich

Gege liest die Bücher immer mal wieder. Wir leihen sie aus der Bücherei aus. Leider habe ich nicht mitgelesen, kann also nicht wirklich sagen, wie die Bücher sind. Eigentlich habe ich ja noch den Anspruch (an mich) alle Bücher, die Gege liest – und das sind ja nicht so viele – auch zu lesen. Ich finde es schön, wenn wir darüber reden können. Oft geht das ja auch ganz gut und schnell. Zu langweilig war mir bis jetzt noch nix. Ich finde es interessant zu wissen, was gerade angesagt ist bzw. mit was das Kind sich beschäftigt. Der Hobbit und Herr der Ringe habe ich vor vielen Jahren gelesen, das habe ich jetzt nicht mehr gelesen. Mit Herr der Ringe kämpft er auch noch.
Didi hat sich von der Schule auch ein Coolman Buch mitgebracht. Und gleich ganz stolz dem großen Bruder gezeigt. Toll, sie können das gleiche lesen! Nun ja, nicht ganz, Didis Buch war eine Erstleserkurzversion. Ich hatte sie in 10 Minuten durch. Und weiss jetzt auch, wer Coolman ist. Nämlich der imaginäre Freund vom Ich. Didis Buch war mit vielen Bildern und wenig Text. Er hat es zweimal gelesen und fand es gut. Kai, der Junge in der Ich-Form, erlebt ganz alltägliche Dinge, bei denen ihm sein Freund Coolman mit mehr oder weniger guten Einfällen hilft. In unserem Buch sind die 2 in den Zoo, da Kai ein Haustier wollte.
Ich fand gut, dass das Buch den Alltag beschreibt, ohne Ninjago oder Star Wars. Das ist ganz angenehm. Blöd finde ich, dass der imaginäre Held Coolman heisst. Bei uns gab es lange einen unsichtbaren Freund, aber der hieß Grugi. Ist das nicht viel schöner?

Rico

Wir haben die Bücher mit Rico regelrecht verschlungen. Sowohl Gege als auch ich. Gege sass wie gebannt auf dem Sofa und hat eins nach dem anderen gelesen. Wir hatten sie ausgeliehen von der Cousine. Die auch ganz begeistert davon erzählt hat, obwohl es schon ein paar Jahre her ist, dass sie sie gelesen hat.

Das erste Buch: „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ fand ich am Besten. Danach den dritten Band: „Rico, Oskar und der Diebstahlstein“ und dann den zweiten: „Rico, Oskar und das Herzgebreche“. Gege fand den dritten Band am Besten, der war so spannend. Das Herzgebreche fand er auch am wenigsten gut. Da war so viel Herzschmerz drin.

Ich finde toll, wie Andreas Steinhöfel mit der Sprache spielt. Alleine das Wort Tieferschatten ist genial. Mir gefällt auch, wie wenig erzieherischer Zeigefinger im Buch vorkommt. Diese ganzen pädagogisch wertvollen Bücher sind oft so voller Anspruch und dann ganz schlecht zu lesen oder langweilig.
Außerdem ist die Mutter so schräg und dabei so stark. Sie gibt Rico all das Selbstvertrauen, das er so dringend nötig hat. Alleinerziehend mit nicht der Norm entsprechendem Kind. Was will frau mehr? Die Bücher verschönern nix, Rico ist oft allein, aber dadurch auch sehr selbständig. Ich habe oft gelacht, weil die Situationen so komisch und wirklich lustig sind.

Gege hat die Bücher mit elf Jahren selber gelesen. Ich hätte sie gerne auch vorgelesen, aber Didi soll sie auch selber lesen können. Wer weiß, ob er sie mag, aber die Chance kriegt er. Ich glaube, man kann die Bücher auch schon früher lesen, empfohlen werden sie für das Alter 10-12.
Ob wir die Filme schauen, weiss ich noch nicht. Denn dann liest Didi sie ja bestimmt nicht mehr, oder?

H wie Habicht

Das Buch habe ich geschenkt bekommen. Warum weiss ich nicht. Die Schenkende weiss es auch nicht mehr 😉

Das Buch hat mich recht schnell in Bann gezogen. Die Aufmachung, die Haptik, die Schrift und natürlich vor allem der Inhalt sind sowas von toll. Ich musste mich beherrschen nicht alles auf einmal durch zu lesen. Das mache ich mit Büchern, die mich sehr ansprechen, immer so. Sonst lese ich alles in einem Schwung durch und bin fertig. In kleinen Kapiteln kann ich das Buch viel mehr auskosten und geniessen.

Es handelt sich dabei um die Zähmung eines Habichts. Das habe ich noch nie in Erwägung gezogen, auch die Falknerei reizt mich nicht. Ich schaue mir allerdings gerne Vorführungen an. Ich kann die Faszination dieser Tiere nachvollziehen. Die Vögel sind so schön, so frei, sie könnten immer weg fliegen, wenn sie nur wollten.

Im Buch setzt sich die Protagonistin durch den Habicht mit dem Tod ihres Vaters auseinander. Ausserdem fliessen immer wieder Passagen eines alten Buches über die Habicht-Zähmung mit ein. Faszinierend. Mich hat das Eintauchen in die Welt der Tiere begeistert, der Mensch, der vom Menschsein lässt, weil er denkt und handelt wie ein Tier. Was passiert, wenn man diese Grenze nicht mehr vollziehen kann? Wird man dann so sehr zum Tier, dass man ganz vom Mensch abkommt?

Räuber Grabsch

Das grosse Buch vom Räuber Grabsch hat uns den Klinikaufenthalt erleichtert. Wir haben es auch fast durchgelesen in den 11 Tagen dort.
Am Anfang schien es mir sehr clichehaft: der große, starke Räuber heiratet die kleine Frau, die sich so geborgen bei ihm fühlt. Und so geht es weiter: er geht rauben, was sie gar nicht mag und sie ist die Schlaue, die zu Hause für Ordnung sorgt und die guten Ideen hat.
Doch trotzdem – oder gerade deswegen – hat das Buch einen grossen Reiz. Wir konnten uns identifizieren mit dem großen Räuber, der halt nix anderes kann als rauben und mit der schlauen Olli, die das gar nicht mag. Klar, ist ja auch doof, wenn man ausgeraubt wird. Auch wenn der Räuber nur raubt, damit er was zu essen hat. Olli hat Hunger, aber sie mag nicht, dass Grabsch rauben geht. Ein Dilemma, das gelöst wird mit Kompromissen für alle.
Als das erste Kind geboren wird, dachte ich wieder: nein, was für ein Cliché. Aber es geht dann so übertrieben weiter, dass das Cliché untermauert wird. Das kann ja gar nicht in echt so sein. Bei den Namen für die ganzen Kinder haben wir sehr gelacht. Hm, ist ja auch gar nicht so einfach, einen Namen aus zu suchen. By the way: wir haben auch lange überlegt 😉 Und dann brauchen sie ja auch ganz schnell ganz viele Namen.
Die Sprache im Buch ist einfach, aber nicht langweilig. Die Bilder in unserer Ausgabe sind ebenfalls einfach, aber detailreich und immer passend. Ich finde sie schön. Die Kapitel sind kurz, so dass wir oft mehrere hintereinander gelesen haben. Ich finde das praktisch, weil man dann immer kurze Pausen machen kann, aber nicht muss. Im Krankenhaus war das ebenfalls sehr hilfreich.

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