alive and kicking

Kategorie: neulich (Seite 1 von 7)

lange Weile

„Die Tage sind alle gleich“, sagt das Kind. „Es ist so langweilig.“

Ich muss schmunzeln, denn es geht wohl gerade ganz vielen so, auf allen möglichen Blogs ist diese langweilige Stimmung durchzulesen.

„Mir fehlt Adrenalin. Ich möchte in den Pausen Fussball spielen und Schneebälle werfen. Hier gehe ich in der Pause in die Küche und hole mir was zu essen, dann streichle ich den Hund und schon ist die Pause vorbei. Ich möchte Aufgaben.“

„Kind, die kann ich dir geben.“

„Nein, Mama. Nicht solche Aufgaben.“

Auch wenn Schule ist, sind die Tage alle gleich, doch jetzt sind sie ein bisschen gleicher.

Kind, ich kann so mit dir fühlen. Ich möchte auch wieder mich mit Freundinnen treffen, Essen gehen, Theater, Konzerte, Kino…..

(Ich weiss, wir jammern auf hohem Niveau, trotzdem….)

Berichterstattung

Die Medien sind voll mit Berichten über die Wahlen in den USA. Als ob es gar nix anderes Interessantes gäbe. Eigentlich möchte ich dieses ganze Drumrum, bis der Präsident endlich fest steht, gar nicht mitbekommen.

Aber natürlich schaue ich interessiert die neuesten Zählungen an und hoffe auf einen eindeutigen Ausgang, damit das Land zur Ruhe kommen kann.

Die Kinder sind verwirrt ob des ganzen Gedöns, aber erstaunlich gut informiert. Ein Kind kann mir genau den Wahlvorgang in den USA erklären. Ich bin beeindruckt. Vom Kind, nicht von den Wahlen.

nerv, nerv

Ich bin genervt von mir und der Welt. Einfach von allem. Überall hakt es, bei der Arbeit wie privat. Alle meckern und sind unzufrieden. Jetzt lese ich, dass das ganz vielen so geht und wohl coronabedingt sei. Was denn noch alles?

Wir müssen uns auf das Virus einstellen, es wird uns noch längere Zeit begleiten. Das weiß ich doch alles und verstehe es auch. Aber es nervt, dass nix klappt. Ich wage zu bezweifeln, ob das immer an Corona liegt. Die Abläufe stimmen nicht und woran das liegt ist mir egal. Das war vor dem Virus auch nicht besser.

Liegen meine Nerven blank? Wie bei allen, virusbedingt….. blablabla, ich kann das nicht mehr hören.

volle Tage

Manche Tage sind so voll, da komme ich zu gar nix mehr. Da ist bei der Arbeit viel und daheim wird es nicht weniger, dann kommt noch ein Anruf dazu und dies und das muss ich noch organisieren. Außerdem brauchen wir noch Grillzeug und das Kind gewaschene Kleidung für den Job. Uiuiui, da bin ich echt beschäftigt und bin froh, wenn ich Sachen delegieren kann bzw. Menschen einfach Sachen übernehmen.

Am Abend falle ich platt aufs Sofa und gucke nicht mehr in die Emails geschweige denn ins Internet. Wir bequatschen noch kurz den vergangenen Tag und die zukünftigen und das wars dann auch.

Manchmal schön, aber auch anstrengend. Immer so volle Tage sind mir dann doch schnell zu viel. Zumal ich meine Gedanken im Kopf ja nicht abstellen kann, die laufen einfach weiter, sind nur ein bisschen abgelenkt durch die Beschäftigung, kommen dann aber mit voller Wucht abends im Bett wieder.

Habachtstellung

Im Moment scheint alles unsicher und in Habachtstellung. Wer weiß, was morgen noch geht. Ob wir uns dann noch treffen können?
Ein Sohn meint, bis zu den Herbstferien ist noch Schule, dann erst mal wieder alles dicht. Ob es so kommen wird? Wir freuen uns, wenn es nicht so kommt, sind aber auch nicht überrascht, wenn wieder alles eingeschränkt wird.

Mein Leben ist nicht sehr verplant und im Grunde mag ich die Unwägbarkeiten des Lebens, doch manchmal ist es mir zu viel. Ständig wird alles verschoben und abgesagt. Ja, wann wollen wir denn das alles nachholen? (Wollen wir das überhaupt?) Die Stimmung ist gedrückt und es fällt mir schwer, eine positive Grundhaltung zu behalten.

Das sind die eher dunklen Tage in mir, auch wenn draußen die Sonne scheint. Ich weiß, daß die Tage vergehen, aber manchmal sind sie sehr schwer auszuhalten.

Arbeit

Viel zu tun bei der Arbeit, nicht erfüllend, aber zufrieden stellend. Nun ja, fast. Alles läuft anders ab. Am Abend vorher noch neue Regeln mit dem Hinweis, nachzuschauen, ob sie sich nochmals ändern. Alles bleibt im Fluss.

Die neuen Regeln sind sinnvoll, nerven aber erst mal. Und machen alles so viel umständlicher. Auf den ersten Blick. Wird das bald Gewohnheit?

Ich darf neue Menschen begrüssen und das ist toll. Ich sehe in Gesichter, die voller Erwartung sind, aber auch etwas gelangweilt ob der ganzen Regeln. Bitte behaltet eure Offenheit, lasst euch nicht verunsichern! Die Regeln sind nicht da um euch zu nerven, sondern um den Laden aufrecht zu halten.

Auch ich muss mir das immer wieder bewusst machen. Die Formulierung lässt zu wünschen übrig und gibt Angriffsfläche. Wir machen Witze darüber und müssen lachen.

Nach einem langen Arbeitstag komme ich nach Hause und bin platt. Ich bin das gar nicht mehr gewohnt, so lange weg, so viele Menschen. So viel gesehen, gesprochen, gehört.

Bledhörde

Aaaaarggghhh! Wir haben Probleme mit Behörden und es ist alles ganz grauenvoll und unsagbar nervend. Umzug und Corona ist keine gute Mischung. Wenn dann noch Krankheit dazu kommt, ist es einfach zu viel. Für alle. Ich mag nicht mehr.
Aber ja, ich weiß, Flucht geht nicht. Kopf einziehen ist auch keine Option. Also A* zusammen und durch. Ich zweifle, ob ich in 10 Jahren darüber lachen kann und ob ich mich überhaupt daran erinnern möchte, aber nun ja, so ist die Lage im Moment nun mal und hier ist eben nicht nur heile Welt.

Was hilft: Mit Hund Gassi gehen, Hund streicheln und mit Hund spielen. Guter Hund!

Novemberblues im August

An manchen Tagen ist einfach der Wurm drin. Da ist meine Laune im Keller, obwohl das drumrum so ist wie immer oder gar besser: es gibt Kuchen bei der Arbeit, die Kollegen scherzen, die Arbeit ist machbar, das Essen ist gekocht, die Kinder artig und trotzdem kommen die Tränen.

Ich weiß nicht warum und was ich dagegen machen soll. Der Mann will mich aufmuntern aber ich bin nicht aufmunterbar. Dann liegt da auch noch ein nerviger Brief in der Post. Ach Mensch, alles zu viel.

Hab ich halt meinen Novemberblues im August. Wahrscheinlich bekommt mir die Hitze nicht.

Zum Glück habe ich das nur eine kurze Zeit und dann geht es schon wieder. Manche Menschen kommen da kaum noch raus aus ihrem Tief. Das mag ich mir gar nicht vorstellen.

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