alive and kicking

Kategorie: thoughts (Seite 1 von 11)

twenty years

Yeah, alle Welt schreibt heute auf, wo sie vor 20 Jahren war. Und klar, ich weiß das auch noch: ich saß am Computer bei der Arbeit. Dann kam mein Chef rein und meinte, ich solle mir die Nachrichten anschauen. Danach war ich etwas verstört. Die Bilder kamen wieder und wieder und ich habe sie mir wieder und wieder angeschaut. New York! Da war ich doch erst gewesen. Ich habe mich dort so wohl gefühlt während meines Praktikums, es war so eine coole Stadt. Auch ich hätte in einem dieser Flugzeuge sitzen können. Oder im World Trade Center, obwohl ich nicht dort mein Praktikum gemacht habe. Doch der Platz meines Praktikums war ebenfalls in einem prominenten Wolkenkratzer. Es hätte genausogut dort passieren können. Es gab damals schon ein Gefahrbewusstsein und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen, jedoch nicht vergleichbar wie sie danach entstanden sind.
Den Rest des Tages waren alle geschockt, es gab kein anderes Gesprächsthema mehr. Jeder hat von seinen New York Erfahrungen gesprochen und alle waren betroffen.

Da ich zu dieser Zeit keinen Fernseher hatte und alleine gewohnt habe, weiss ich nicht mehr, was ich am Abend gemacht habe. Internet gab es zwar schon, ich habe immerhin im Internet Marketing gearbeitet, aber zu Hause noch nicht.

Ich weiß noch, daß mein Kalenderblatt vom September 2001 ein Bild von den Zwillingstürmen in New York war. Das habe ich noch lange aufbewahrt.

Als ich am Wochenende dann in der Heimat war, habe ich mir die Nachrichten mit Bild reingezogen und sämtliche Bekannte in New York kontaktiert, soweit das möglich war.

Seitdem war ich nicht mehr in den USA. Lange wollte ich gar nicht mehr nach New York, jetzt hätte ich schon mal wieder Lust.

nach mir die Sintflut

Da ich ja eine Woche Pause im Süden hatte, scheint mir das mit dem Regen gar nicht so schlimm. Aber es stimmt: es regnet sehr viel. Die sonst im Juli vertrockneten Felder sind grün, selbst das Unkraut in der Stadt sprießt in den Baumumrandungen. Es regnet ganze Nächte und Tage durch. Der Regen steht auf der Straße, auf dem Spielplatz und in manchen Kellern. Zum Glück sind wir von der Sintflut verschont worden, die manche Teile Deutschland erreicht hat. Ich schaue nochmal nach, wo genau die Freundin wohnt. Ah, doch nicht direkt im Katastrophengebiet, dennoch frage ich mal bei ihr nach. Die Bilder im Fernsehen wirken verstörend, alles ist so nah, ich kenne die Gegend, da war ich schon und ich kenne Menschen, die da wohnen. Oder gewohnt haben.

Ich überlege, was ich packen würde, wenn es schnell auf schnell gehen müsste. Nix ist gerichtet, alles ein großes Durcheinander. Brauchen wir einen Notfallkoffer? Die Überlegungen machen keinen Spaß, ich möchte keinen Ernstfall. Also packe ich auch nicht, was wiederum das Problem nicht löst.

War der kleine Fluß im Nachbarort nicht die letzten Sommer immer ausgetrocknet? Was, wenn er jetzt zum reissenden Fluß würde?

Sowas soll jetzt viel öfter passieren?

Wir versinken im Regen während andere Teile Deutschlands unter Hitze und Trockenheit stöhnen. Alles ist Durcheinander. Alles im Fluß, wortwörtlich.

action

Die Tage sind auf einmal wieder gefüllt mit Aktionen. Mir wird alles zu viel und ich freue mich, dass ich mal kurz für eine halbe Stunde ganz alleine bin. Mich schlaucht alles so. Ist das normal? Ich weine ein bisschen, danach geht es mir besser. Auf zur nächsten Aktivität, die mir viel Input liefert und mich erfreut zurücklässt.

Mein Kopf ist so voll und ich weiß nicht, wie ich ihn leer bekommen könnte.

Gedenktage

Wieder ein Tag im Gedenken an jemand. Die Kerze brennt und ich denke an den Tag zurück. Ich fühle wieder den Schmerz, die Hilflosigkeit und das Gefühl der Verlassenheit. Es ist ein trüber Tag, das passt zur Stimmung.

Früher gab es fast ausschliesslich Geburtstage, an die ich gedacht habe. Doch je älter ich werde, desto mehr Todestage kommen hinzu. Und Geburtstage, die nicht mehr gefeiert werden, weil die Person nicht mehr lebt. Also denke ich am Geburts- und am Todestag an manche Personen.

Den Todestag weiß ich aber auch nur bei wenigen Personen, die mir sehr nahe standen. Geburtstage weiß ich viel mehr, z. B. von meiner Uroma. Ich weiß, wie alt ich war, als sie starb und wo ich gerade war, aber den genauen Tag weiß ich nicht mehr.

Vielleicht sollte ich das rausfinden, solange es noch geht.

Fasten

Ich habe jetzt eine Arbeitswoche gefastet. Montagmorgen gab es noch ein Joghurt, danach ab und zu Buttermilch, sonst nur Tee, Gemüsebrühe und Sauerkrautsaft. Am Samstag dann das Fastenbrechen mit einem Apfel.

Die Zeit war manchmal lang, aber dennoch nicht schlimm. Vermisst habe ich das Essen nicht wirklich, eher das gemeinsame Zusammensein. Entspannen bei Tee UND Keks oder Schokolade. Da ich während des Fastens gearbeitet habe, hatte ich nicht so viel Zeit für mich. Ich meine mich zu erinnern, dass mir das früher wichtig war, diese Ruhezeit für meinen Körper und Geist. Ich hatte mir eine ruhige Arbeitswoche ausgesucht, soweit möglich und auch noch einen Tag Urlaub, das war gut machbar. Die Arbeit hat mich vom Essen und den Gedanken daran abgelenkt.

Am Schlimmsten fand ich die Vorbereitung darauf. Oh je, ich werde nix mehr essen, oh je, was sagen die anderen, oh je, kann ich währenddessen arbeiten, oh je oh je oh je. Am Anfang hatte ich durchaus noch Hungergefühle, später nicht mehr. Ob das jetzt gesundheitlich was gebracht hat, weiss ich nicht. Ich finde meine Zunge etwas mehr belegt, unangenehm, aber nicht schlimm. Und ich habe nicht so viel Power, beim Rad fahren und Gassi gehen muss ich durchaus ein bis zwei Gänge runterschalten.

Ich bin froh, dass ich mich dazu durchgerungen habe, denn ich hatte schon lange mal vor, wieder zu fasten. Früher habe ich das öfter und durchaus auch länger gemacht. Da hatte ich oft auch das Gefühl, dass mir das geistig was bringt. Jetzt kam da eher nix. Aber gerne wieder, ist gar nicht so schlimm.

Ob ich abgenommen habe, weiss ich nicht, weil ich auf keine Waage gestanden bin. Aber darum ging es auch nicht.

茶 (chá) ist Tee auf chinesisch. Ich trinke gerne chinesischen Tee und vermisse die Einkaufsmöglichkeit im Asiengroßmarkt im nahen Frankreich. Die meisten Sachen gibt es auch hier, aber es ist umständlicher, in kleineren Mengen und daher oft auch teurer. Ausserdem mag ich den chinesischen Geruch dort und das Ambiente. Und einige Sachen gibt es hier dann doch nicht. Ich freue mich wirklich sehr, wenn wir dort wieder einkaufen dürfen.

Da im Moment auch keine chinesischen Gäste zu Besuch sind bei der Arbeit, trinke ich den Grüntee in Beuteln, der extra für den Besuch angeschafft wurde, jetzt selber. Ich bin kein Fan davon. Er hat nicht die Qualität, die ich gewohnt bin und schmeckt schnell bitter. Aber ich mag diese traurigen Teebeutel in meiner Dose nicht mehr anschauen. Sie machen mir jeden Tag aufs Neue bewusst, dass so bald kein Besuch kommen wird. Erst recht nicht aus dem Ausland.

Was bleibt? – Abwarten und Tee trinken. 😉

Dienstag, der sich wie Freitag anfühlt

Nach 2 Tagen mehr oder weniger durchgearbeitet, fühle ich mich total platt. Mein Pensum für die Woche ist erreicht, aber wir haben erst Dienstag. Das sind noch ein paar Tage bis zum Wochenende.
Es kommt mal wieder viel zu viel zusammen: zu viel Arbeit, zu viel private Baustellen, zu viel Corona.

Seit einem Jahr haben die Jungs jetzt nicht mehr geregelt Schule. Was anfangs noch spannend war, ist jetzt nur noch nervend. Es gibt natürlich auch Vorteile, doch die Kinder sehnen sich nach Schule, sozialen Kontakten und den Albernheiten, die damit zusammenhängen. Das fehlt besonders.

Nichts wird, wie es war.

10 years Fukushima

Echt, schon oder erst 10 Jahre her?
Ich erinnere mich noch gut an die Bilder, die jetzt wieder durch die Medien kreisen. Was ich damals genau gemacht habe, weiß ich nicht mehr. Gefühle der Ohnmacht waren da, weil die Gefahr da ist, aber doch nicht sichtbar. Japan ist ein Land, das ich gerne bereisen würde, durch die Katastrophe war das erst mal vom Tisch.
Erschrocken bin ich, dass wir immer noch oder auch wieder so sehr in der Atomfalle hängen. Fehlt den Menschen die Dimension? Ist das alles zu langfristig? Das macht für mich die Situation unberechenbar und kostenintensiv. Was kommt denn noch alles auf uns zu?

Ich bin froh, dass Deutschland den Weg des Ausstiegs geht.

Für all die Menschen zur Erinnerung und auch zur Erinnerung an einen ganz speziellen Menschen, der heute Geburtstag hätte, brennt heute bei uns eine Kerze.

days to shit on

Too much work at work. I notice that I am not as carefull as I used to be, so there are mistakes. Mistakes that should not be there. Silly mistakes. With more time I would not have done them. No harm, no one is hurt. Some people even don’t notice. But me…..
After work a nice moment outdoors, thanks to husband and dog. Only to go back to chaos. Dog is vomitting, kid has not done the school stuff and the beloved person is in hospital. No visits because of … that is really awful.
Just another day to shit on. Like the dog already did.

Internationaler Frauentag

Irgendwie bin ich es leid darüber zu diskutieren, aber leider ist das immer noch notwendig. In manchen Bereichen scheint es mir sogar notwendiger als zuvor. Wir machen Rückschritte und fühlen uns doch so fortschrittlich.

Ich kenne starke Frauen, die mir als Vorbilder dienen, doch noch mehr Frauen kenne ich, die an der Gesellschaft zugrunde gehen. Die sind auch stark, nur können sie ihre Stärke nicht zeigen, weil die Gesellschaft sie klein hält und zum Schweigen verurteilt.

Ich will nicht auf dem Marktplatz tanzen, nur weil Frauentag ist. Ich will verdammt noch mal den gleichen Lohn wie meine männlichen Kollegen. Ich will nicht milde belächelt werden von alten weißen Männern, die es ja nur gut mit mir meinen. Ich will ernst genommen werden, wenn ich Wichtiges zu sagen habe.

Ich will, ich will, ich will …. einfach nur ich sein, egal ob Frau oder Mann.

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