alive and kicking

Kategorie: thoughts (Seite 2 von 12)

zwischen den Jahren 2021 und 2022


Heute habe ich im Kalender „zwischen den Jahren“ gelesen und mit fiel ein, dass ich das schon als Kind komisch fand. Warum sind wir dazwischen? Es ist doch eindeutig noch das alte Jahr und das neue fängt erst am 1. Januar an. Das ist doch eindeutig zuordenbar. Warum diese seltsame Bezeichnung?

Ich finde es immer noch verwirrend, aber auch ein bisschen passend. Ich fühle mich dazwischen, wir sind noch im alten Jahr, aber nicht mehr lange. Alle sind schon terminlich im neuen Jahr. Alles spielt sich in der Zukunft ab. Wir essen noch Plätzchen von Weihnachten, das schon so lange her scheint. Dabei war es doch erst. Die Tage ziehen sich, ich weiss das Datum nicht mehr, aber das ist ja auch egal. Wir sind zwischen den Jahren, erst wenn der 1. Januar ist, werde ich wieder auf den Kalender schauen und mir das Datum merken. Dann fängt auch der Alltag wieder an. Wir hängen halt irgendwie dazwischen.

Human Rights Day ….

…. ist heute. Früher war ich viel aktiver bzgl. Menschenrechte. Heute denke ich an den Tag und an die Menschen, die eingeschränkt sind, weil ihnen Rechte fehlen. Wir jammern hier auf hohem Niveau.
In vielen Ländern werden die Menschenrechte mit Füßen getreten, in einigen Ländern scheint es sogar schlimmer zu werden. Das hätte ich auch nicht gedacht früher, als ich noch aktiv war. Wir werden abgestumpfter, weil so viel Engagement nichts gebracht hat. An manchen Tagen zieht mich das runter und lässt mich mutlos zurück.
Alle Menschen haben Rechte! Alle!

Blues


Es ist ruhig hier, das Leben läuft ruhig, wir sind kurz vor Lockdown oder auch nicht. Alle sind müde.

22.10.2021


Jou, ist das auch wieder rum.
Vieles verlagert sich zu den digitalen Medien, das ist ganz nett, aber doch sehr unpersönlich. Also werde ich mich einfach bei einigen telefonisch rückmelden. Passt.
Der Tag war schön, ohne Arbeit und dennoch voll. Am Abend noch politische Sitzung, die etwas unbefriedigend war.

Am schönsten war der ausgedehnte Spaziergang mit Kind und Hund im bunten Wald.

twenty years

Yeah, alle Welt schreibt heute auf, wo sie vor 20 Jahren war. Und klar, ich weiß das auch noch: ich saß am Computer bei der Arbeit. Dann kam mein Chef rein und meinte, ich solle mir die Nachrichten anschauen. Danach war ich etwas verstört. Die Bilder kamen wieder und wieder und ich habe sie mir wieder und wieder angeschaut. New York! Da war ich doch erst gewesen. Ich habe mich dort so wohl gefühlt während meines Praktikums, es war so eine coole Stadt. Auch ich hätte in einem dieser Flugzeuge sitzen können. Oder im World Trade Center, obwohl ich nicht dort mein Praktikum gemacht habe. Doch der Platz meines Praktikums war ebenfalls in einem prominenten Wolkenkratzer. Es hätte genausogut dort passieren können. Es gab damals schon ein Gefahrbewusstsein und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen, jedoch nicht vergleichbar wie sie danach entstanden sind.
Den Rest des Tages waren alle geschockt, es gab kein anderes Gesprächsthema mehr. Jeder hat von seinen New York Erfahrungen gesprochen und alle waren betroffen.

Da ich zu dieser Zeit keinen Fernseher hatte und alleine gewohnt habe, weiss ich nicht mehr, was ich am Abend gemacht habe. Internet gab es zwar schon, ich habe immerhin im Internet Marketing gearbeitet, aber zu Hause noch nicht.

Ich weiß noch, daß mein Kalenderblatt vom September 2001 ein Bild von den Zwillingstürmen in New York war. Das habe ich noch lange aufbewahrt.

Als ich am Wochenende dann in der Heimat war, habe ich mir die Nachrichten mit Bild reingezogen und sämtliche Bekannte in New York kontaktiert, soweit das möglich war.

Seitdem war ich nicht mehr in den USA. Lange wollte ich gar nicht mehr nach New York, jetzt hätte ich schon mal wieder Lust.

Welt und Gedanken

Die Welt brennt, wortwörtlich an vielen Orten. An anderen Stellen gibt es Überschwemmungen. Wieder woanders taut der Boden auf.
Der Klimawandel ist angekommen. Wir sind mitten drin.

Dazu kommen noch politische Unruhen, in viel zu vielen Ländern. Da werden Truppen abgezogen und das Land sich selbst überlassen. Da werden still und heimlich Bürgerrechte beschnitten und Nationalismus geschürt.

Mir wird Angst und Bange und kommen Tränen.

Flucht in meine kleine heile Welt? Sie ist längst nicht mehr heil, auch wenn hier Rezepte gepostet werden und alles gut aussieht. Es ist nicht so.
Doch dies ist mein Blog und ich kann posten, (fast) was ich will.

nach mir die Sintflut

Da ich ja eine Woche Pause im Süden hatte, scheint mir das mit dem Regen gar nicht so schlimm. Aber es stimmt: es regnet sehr viel. Die sonst im Juli vertrockneten Felder sind grün, selbst das Unkraut in der Stadt sprießt in den Baumumrandungen. Es regnet ganze Nächte und Tage durch. Der Regen steht auf der Straße, auf dem Spielplatz und in manchen Kellern. Zum Glück sind wir von der Sintflut verschont worden, die manche Teile Deutschland erreicht hat. Ich schaue nochmal nach, wo genau die Freundin wohnt. Ah, doch nicht direkt im Katastrophengebiet, dennoch frage ich mal bei ihr nach. Die Bilder im Fernsehen wirken verstörend, alles ist so nah, ich kenne die Gegend, da war ich schon und ich kenne Menschen, die da wohnen. Oder gewohnt haben.

Ich überlege, was ich packen würde, wenn es schnell auf schnell gehen müsste. Nix ist gerichtet, alles ein großes Durcheinander. Brauchen wir einen Notfallkoffer? Die Überlegungen machen keinen Spaß, ich möchte keinen Ernstfall. Also packe ich auch nicht, was wiederum das Problem nicht löst.

War der kleine Fluß im Nachbarort nicht die letzten Sommer immer ausgetrocknet? Was, wenn er jetzt zum reissenden Fluß würde?

Sowas soll jetzt viel öfter passieren?

Wir versinken im Regen während andere Teile Deutschlands unter Hitze und Trockenheit stöhnen. Alles ist Durcheinander. Alles im Fluß, wortwörtlich.

action

Die Tage sind auf einmal wieder gefüllt mit Aktionen. Mir wird alles zu viel und ich freue mich, dass ich mal kurz für eine halbe Stunde ganz alleine bin. Mich schlaucht alles so. Ist das normal? Ich weine ein bisschen, danach geht es mir besser. Auf zur nächsten Aktivität, die mir viel Input liefert und mich erfreut zurücklässt.

Mein Kopf ist so voll und ich weiß nicht, wie ich ihn leer bekommen könnte.

Gedenktage

Wieder ein Tag im Gedenken an jemand. Die Kerze brennt und ich denke an den Tag zurück. Ich fühle wieder den Schmerz, die Hilflosigkeit und das Gefühl der Verlassenheit. Es ist ein trüber Tag, das passt zur Stimmung.

Früher gab es fast ausschliesslich Geburtstage, an die ich gedacht habe. Doch je älter ich werde, desto mehr Todestage kommen hinzu. Und Geburtstage, die nicht mehr gefeiert werden, weil die Person nicht mehr lebt. Also denke ich am Geburts- und am Todestag an manche Personen.

Den Todestag weiß ich aber auch nur bei wenigen Personen, die mir sehr nahe standen. Geburtstage weiß ich viel mehr, z. B. von meiner Uroma. Ich weiß, wie alt ich war, als sie starb und wo ich gerade war, aber den genauen Tag weiß ich nicht mehr.

Vielleicht sollte ich das rausfinden, solange es noch geht.

Fasten

Ich habe jetzt eine Arbeitswoche gefastet. Montagmorgen gab es noch ein Joghurt, danach ab und zu Buttermilch, sonst nur Tee, Gemüsebrühe und Sauerkrautsaft. Am Samstag dann das Fastenbrechen mit einem Apfel.

Die Zeit war manchmal lang, aber dennoch nicht schlimm. Vermisst habe ich das Essen nicht wirklich, eher das gemeinsame Zusammensein. Entspannen bei Tee UND Keks oder Schokolade. Da ich während des Fastens gearbeitet habe, hatte ich nicht so viel Zeit für mich. Ich meine mich zu erinnern, dass mir das früher wichtig war, diese Ruhezeit für meinen Körper und Geist. Ich hatte mir eine ruhige Arbeitswoche ausgesucht, soweit möglich und auch noch einen Tag Urlaub, das war gut machbar. Die Arbeit hat mich vom Essen und den Gedanken daran abgelenkt.

Am Schlimmsten fand ich die Vorbereitung darauf. Oh je, ich werde nix mehr essen, oh je, was sagen die anderen, oh je, kann ich währenddessen arbeiten, oh je oh je oh je. Am Anfang hatte ich durchaus noch Hungergefühle, später nicht mehr. Ob das jetzt gesundheitlich was gebracht hat, weiss ich nicht. Ich finde meine Zunge etwas mehr belegt, unangenehm, aber nicht schlimm. Und ich habe nicht so viel Power, beim Rad fahren und Gassi gehen muss ich durchaus ein bis zwei Gänge runterschalten.

Ich bin froh, dass ich mich dazu durchgerungen habe, denn ich hatte schon lange mal vor, wieder zu fasten. Früher habe ich das öfter und durchaus auch länger gemacht. Da hatte ich oft auch das Gefühl, dass mir das geistig was bringt. Jetzt kam da eher nix. Aber gerne wieder, ist gar nicht so schlimm.

Ob ich abgenommen habe, weiss ich nicht, weil ich auf keine Waage gestanden bin. Aber darum ging es auch nicht.

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