
Die Nacht in der neuen Unterkunft war erstaunlich ruhig. Ich wache spät auf und habe trotz weicher Matratze gar nicht so schlecht geschlafen. Das Wetter hält sich bedeckt.
Ich trinke in Ruhe meinen Tee auf der Dachterasse und werde von der Katze belagert.

Sie liegt auf mir und lässt sich streicheln.

Ich laufe durch den Park in die Innenstadt.

Das erinnert mich an die Insel Mainau.

An der Kathedrale gehe ich nur von außen vorbei.

Mein Ziel ist der Wochenmarkt. Er ist jedoch sehr klein und übersichtlich. Ich schaue nur und kaufe nix.
Dann schlendere ich wieder zurück. Unterwegs kaufe ich mir ein oberleckeres Pistaziencroissant. Später noch ein belegtes Brot. Und ein paar Kleinigkeiten. Ich lese ein bisschen im Internet und bin auf einmal sehr müde. Also gibt es Mittagsschlaf. Anschliessend richte ich mich und laufe wieder in die Stadt, denn ich bin verabredet.
Ich laufe einen anderen Weg und komme überpünktlich an, inzwischen kenne ich mich immer besser hier aus. Ich treffe eine Kollegin aus meiner Londoner Zeit. So lange ist das schon her! Sie sieht noch genauso aus! Und spricht herrliches Englisch mit französischem Akzent. Wir sitzen in einem netten Buchladen, trinken Kaffee, essen Kekse und holen die letzten 20 Jahre auf. Nein, es sind mehr. Unsere ältesten Kinder sind ja schon 21. Es gibt auf jeden Fall viel zu bereden.
Schließlich zeigt sie mir noch ihren Lieblingsplatz mit Lieblingsaussicht und meint, sie hätte noch gar nicht über ihr „love life“ geredet. Also sitzen wir eine Weile auf kalten Steinstufen und reden über Valetine’s Dinner. Es wird uns aber dann doch zu kalt, wir kämpfen noch mit unseren Telefonen und verabschieden uns. Das war so schön und tat so gut! Ich gehe nochmal ins den Buchladen, den sie mir gezeigt hatte. Dort werden Gedichte vorgetragen, ich verstehe zwar nur die Hälfte, aber die Atmosphäre ist wunderschön. Ausserdem werden die Vorträge mit Gitarre unterlegt, das klingt richtig gut. Ich bin immer wieder erstaunt, wie anders die Menschen sind. Wie anders sie sich kleiden, miteinander umgehen und ihre Kinder erziehen. Ich fühle mich richtig wohl in dem kleinen Laden und bin kurz davor, mir noch Bücher zu kaufen. Doch dann belasse ich es bei einem Gläschen Sekt und ein paar Chips, die es zum Veranstaltungsende noch gibt. Frohgelaunt laufe ich nach Hause. Dort werde ich von der Katze begrüßt. Es ist erstaunlich, wie laut diese kleine Kreatur sein kann. Ich bade noch meinen Zeh, lese derweil im Internet und später noch in meinem Buch. Heute ist es draußen etwas lauter, gegen Mitternacht kommt etwas Regen und damit auch Ruhe. Was für ein schöner Urlaubstag!
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