Die Nacht war schlecht. Draußen war Party, nebenan war es auch nicht so ganz ruhig, mein Magen brummelte und der Kopf fand kein Ende. Also vertrage ich Kaffee am Abend definitiv nicht. Obwohl das jetzt nicht alles am Kaffee lag.
Immerhin konnte ich mich irgendwann aus dem Bett schälen und mich schnell anziehen. Denn ich hatte einen Plan: ich wollte den Gottesdienst in der Kathedrale erleben. Auf dem Fußweg dorthin habe ich schnell eine Banane gegessen. Essen ist überhaupt so eine Sache, wenn ich alleine unterwegs bin, achte ich da nicht so drauf. Wenn die Familie hier wäre, würden wir vermutlich ständig essen.
Der Gottesdienst war lange und feierlich. Es gab Weihrauch und viel Gesang. Mir wurde nicht schlecht und ich habe so gut wie nichts verstanden. Schade. Mein Französisch ist echt schlecht! Geworden (bilde ich mir ein).
Interessanterweise konnte ich manche Abfolgen und Tonlagen erkennen, ich bin ja kirchlich geprägt, das steckt tief. Tiefer als Französisch. Die Pfadfinder haben Kalender verkauft, jetzt habe ich also einen Kalender der französischen Pfadfinder für 5 Euro bei mir. Mal schauen, wo ich für den einen Platz finde. Die Pfadfinder waren sehr militärisch, so kleine Jungs und stehen schon so stramm. Dazu die Uniform. Ich habe an meinen Papa gedacht, der die Uniformierung bei den Pfadfindern immer sehr seltsam fand. Als Hitlerjunge hatte er eine andere Prägung.
In der Nacht hatte es geregnet, nach der Kirche hat es leicht genieselt. Ich bin nach Hause gelaufen. Zuerst wollte ich mit der Bahn fahren, ÖPNV ist hier am Wochenende kostenlos!, aber dann war mir die Warterei zu lange. Ich habe mir einen Starbucks Pumpkin Spice Latte gegönnt, zu einem stolzen Preis. Er war heiß und süß, lecker kann ich jetzt nicht mal sagen. Brauch ich auch nicht unbedingt nochmal. Später beim Auchan war mein Einkauf fast genauso teuer wie das Getränk. Also war das Getränk sehr überteuert. Oder mein Einkauf günstig?

Ich ruhe mich zu Hause etwas aus, dann bin ich wieder mit der Freundin verabredet. Wir wollen ins Museum. Da am Wochenende ÖPNV kostenlos ist, nutze ich das und fahre mit der Bahn dorthin.

Das Museum hat ein ehemaliger Bürgermeister initiiert.

Und hat eine interessante Architektur.

Es gibt gerade eine China-Ausstellung, darüber habe ich mich sehr gefreut. Auch wenn sie sehr klein ist.

Es freut mich, wenn es auch anderswo ähnlich aussieht. 🙂

Und diese Laternen muss ich mir merken.
Es gibt einige Highlights im Museum wie Büsten von Rodin, aber auch viel lokales. Besonders gut hat mir diese Garderobe gefallen:

Wir haben anschliessend noch einen Kaffee getrunken (leider nur am Automat, es gibt kein Café) und erzählt. Uns verbindet so viel, ihr Leben ist so interessant für mich. Ähnlich in vielen Dingen, aber auch wieder anders. Da die Freundin noch arbeiten wollte, so ist das nunmal auch an einem Sonntag als Free-lance, haben sich unsere Wege wieder getrennt.

Ich bin in den Ort Montferrand gelaufen. Das war früher mal eigenständig.

Natürlich bin ich in die Kirche.

Und habe mich gefreut, dass es an der Kirche einen Wachhund gibt.

Dann bin ich durch die engen Gässchen geschlendert.


Auch dem Friedhof habe ich einen kurzen Besuch abgestattet. War aber wirklich nur kurz, weil er kurz drauf zugeschlossen wurde.

Und schließlich habe ich das kostenlose ÖPNV-Angebot noch ausgenutzt und bin bis zur Endhaltestelle und wieder zurück gefahren. Da habe ich einen schönen Überblick bekommen, ich mag ja durchaus auch die Vororte kennen lernen. Wie leben die Menschen da, was für Menschen leben da, was gibt es für Angebote, Schulen, Einkaufszentren.
Ziemlich müde bin ich nach Hause gelaufen.
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