Am Samstag treffe ich mich wie üblich mit der Nachbarin zur frühen Hunderunde. Wir laufen am Wasser entlang, die übliche Runde. Eine ihrer Hündinnen wälzt sich im Mist, der auf den Feldern verteilt wurde. Also laufen wir auf dem Rückweg direkt am Wasser, damit die Hündin mal reinspringen kann. Gleich ins Wasser hilft oft.
Da die Hündin nicht so gerne ins Wasser hüpft, sammeln wir Stöckchen und Steinchen, die wir ins Wasser werfen wollen. Das machen wir immer so. Unser Hund geht sehr gerne ins Wasser, also nehme ich ihn an die Leine. Denn wenn er drinnen ist, hat die Hündin keine Chance auf das Stöckchen. Ich halte ihn ein bisschen nachlässig, zu nachlässig, denn auf einmal liege ich im Wasser! Der Hund hat mich reingezogen. Was für ein Schreck!
Zum Glück habe ich die Softshellhose an, die saugt sich nicht so mit Wasser voll. Dennoch bin ich ganz schön nass. Auf kürzestem Weg laufen wir zurück. Ich fahre mit dem Fahrrad nach Hause, der Hund muss nebenher laufen. Wie immer. Als ich zu Hause ankomme, habe ich kalte Füsse. Die Kälte ist ganz schön nach oben gekrabbelt.
Ich werfe die nassen Kleider in die Waschmaschine und hüpfe unter die Dusche.
Zum Glück ging alles gut aus! Was für ein Schreck!
Monat: November 2025
an mich: nur noch einfache Schokokalender pro Person, keinen gemeinsamen mehr!
Das Memo hatte ich mir letztes Jahr geschrieben, weil mich die Situation genervt hat. Doch dieses Jahr ist es noch einfacher: es gibt gar keine Kalender für niemanden.
Der Weihnachtsmarkt wurde feierlich eröffnet. Ich habe dies nur am Rand mitbekommen, weil ich zufällig in der Stadt war.
Ich dachte, das sei früh, doch die Nachbarin meinte, dass es immer so um diesen Zeitpunkt sei.
Nachtrag: Am Totensonntag ist dann der Weihnachtsmarkt geschlossen.
Das Wochenende war der Musik gewidmet.
Am Freitag waren wir bei einem großen Steh-Konzert:

Das Stehen war anstrengend, andererseits haben wir alle mitgewackelt, weil wir gar nicht so lange ruhig stehen konnten. Es war allerdings auch mitreißend. Die Leute haben nicht gedrängelt und fast nicht geschubst, das war angenehm. Wir waren vorher noch lecker essen, alles hat super gepasst.
Am Samstag waren wir bei einem Sitz-Konzert:

Sammy Vomáčka war mal wieder im Keller, wie schon mal und schon mal. Der Keller war leider nur spärlich besucht, das fand ich für die Musiker sehr schade. Sie hatten dennoch ihren Spaß, der sich auch auf uns übertragen hat. Ein feines, leises Konzert. Das totale Gegenteil zu gestern.
Beides war toll!
Immer am 12. eines Monats werden 12 Bilder des Tages gesammelt. Dann treffen sich alle bei Caro.
Hier sind meine 12 Bilder:

1. Der 12. im November 2025 ist ein Mittwoch.

2. Den Wasserkocher habe ich geerbt von der Kollegin. Er leistet mir treue Dienste.

3. Der Blick aus dem Fenster ist sonnig.

4. Es gibt ein nachträgliches Sankt Martins Geschenk.

5. Der Mann hat gekocht. Es schmeckt besser als es aussieht.

6. Wir bekommen immer wieder interessantes Gemüse.

7. Nach dem Essen gehe ich schwimmen mit dem Beutel aus Taiwan.

8. Die Schließfächer im Gruppenbereich.

9. Danach nochmal arbeiten. Es ist so sonnig, dass die Jalousien runter gehen.

10. Ich lasse sie wieder hoch fahren, denn der Himmel ist echt schön. Ich mag den Ausblick aus dem Büro.

11. Viel zu spät mache ich mich auf den Heimweg.

12. Und dann muss ich noch Gemüse holen, diesmal nichts exotisches.
Es ist der 5. und da sammeln sich alle bei Frau Brüllen. Näheres dazu gibt es bei ihr zu lesen.

Der 5. im November 2025 ist ein Mittwoch.
Der Wecker klingelt um 6:30. Ich stehe auf, hole den Hund aus einem Kinderzimmer und laufe die erste Runde. Heute nur eine kleine Runde. Als ich kurz nach 7 Uhr wieder nach Hause komme, hat der Mann schon Tee gerichtet. Wir trinken Tee und frühstücken. Heute esse ich auch was: Joghurt mit Müsli. Um kurz nach halb 8 verabschiedet sich das Kind in die Schule. Ich gehe kurz danach. Um 8 Uhr habe ich Französischunterricht bei der Arbeit. Es macht Spaß, ausserdem lerne ich andere Kolleg*innen kennen. Heute lernen wir die verschiedenen Freizeitbeschäftigungen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig ich weiß und wieviel doch noch da ist. Klingt paradox? Ist es auch.
Um 9:30 Uhr fahre ich schnell nach Hause, packe die Tasche um und fahre ins Gericht, weil ich heute Schöffin bin. Es ist „nur“ eine Verhandlung und ich dachte, wir sind schnell durch, aber es zieht sich durch die verschiedenen Dolmetscher ganz schön hin. Immer wieder gibt es Pausen, weil ein anderer Dolmetscher organisiert werden muss. Alles sehr unklar. Ich bin froh, dass ich die andere Schöffin kenne, so können wir ganz gut reden und die Pausen scheinen gar nicht so lang.
Um 16 Uhr sind wir fertig, mein Kopf ist voll und ich bin durch. Ursprünglich dachte ich, ich könnte danach noch arbeiten gehen, aber dem ist nicht so. Zu Hause wärme ich mir das Mittagessen auf, hänge die Wäsche auf und quatsche kurz mit dem Kind. Dann fahre ich mit dem Leihrad los in die Fahrradwerkstatt und hole mein Fahrrad ab. Juhu, das Licht und die Bremsen gehen wieder! Auf dem Heimweg mache ich kurz Halt im Supermarkt. Aber ich kaufe nur ein bisschen was ein, das ist echt nicht mein Laden.
Um 18 Uhr bin ich wieder zu Hause, verräume die Einkäufe und fange mit diesem Text an.
Um 19 Uhr mache ich mich auf den Weg, um die Gemüsekiste abzuholen. Heute ist wenig los und ich komme schnell an unser Gemüse. Danach fahre ich nach Hause, verräume das Gemüse und richte mir ein Brot. Das esse ich vor dem Fernseher.
Dann mache ich mich wieder auf den Weg, der AK Frauen trifft sich um 8 Uhr. Es ist eine lange Sitzung und schon fast halb 11, bis ich wieder nach Hause komme. Ziemlich müde schaue ich noch Nachrichten. Dann richte ich mich fürs Bett, dort lese ich noch kurz und um 23:45 Uhr lösche ich das Licht. Gute Nacht!

Bild von der morgendlichen Hunderunde.
Allerheiligen ist in Baden-Württemberg ein Feiertag. Dieses Jahr fällt er auf einen Samstag, das bringt mir jetzt gar nix, im Gegenteil, wir können nicht mal auf den Markt und einkaufen, was samstags unser normaler Ablauf wäre. Doch ich denke an die hübsche Mutter, die meinte: es gibt so viele Leute, die samstags arbeiten müssen, die freuen sich, denn die haben frei. Ja, Einzelhandel, ich gönne dir den Feiertag.
Im Dorf war Kirche für die Verstorbenen des letzten Jahres. Wir sind dort hin gefahren und haben teilgenommen. Mit Tränen in den Augen.
Der Gottesdienst war lange, sehr lange. Danach ging es auf den Friedhof und es fing wieder von vorne an. Das habe ich nicht verstanden, wir hatten doch in der Kirche schon für alle gebetet, warum jetzt nochmal? Warum nochmal Segen, den wir gerade in der Kirche bekommen hatten? Es sind seltsame, mir unverständliche Rituale. Immerhin gibt es zum Schluss noch das Wetter, es wird göttlicher Regen am Abend vorausgesagt. Ist das jetzt inbegriffen im Service der Kirche?
Ich versuche in solchen Momenten, die Ereignisse immer mit den Augen einer Anthropologin zu sehen. Das macht es mir nicht verständlicher, aber interessanter. Wie wirkt das auf Menschen aus einem anderen Kulturkreis?
Neueste Kommentare