Wir haben zu lange überlegt mit dem Urlaub. Es war lange unklar, wer wann wie hat und wo hinwill. Also haben wir erst kurz vorher gebucht und konnten nicht unbedingt dahin, wo wir gerne hin wären. Also ich. Ich wäre gerne nach Nordfrankreich, Normandie, Picardie, sowas. Aber im August ist da nix mehr zu machen. Bzw. es gab was cooles, aber als ich buchen wollte, war es schon weg.
Dann wieder Belgien, diesmal weiter nördlich. Auch hier nicht so einfach noch was zu einem annehmbaren Preis zu finden. Es bleibt spannend.
Am Donnerstag stehe ich auf wie immer, laufe die Morgenrunde mit dem Hund und trinke danach Tee mit dem Mann. Er fährt zur Arbeit und ich gieße die Pflanzen vor dem Haus, hinter dem Haus und in der Wohnung. Da bin ich eine ganze Weile beschäftigt. Dann räume ich noch die Wäsche von der Leine, falte sie und fange an, meine Sachen zu packen.
Um kurz nach 9 Uhr wecke ich das Kind. Ich hole das Auto und fange an, Sachen ins Auto zu packen. Es ist sehr heiß und ich bin sehr verschwitzt. Also dusche ich noch, bevor wir fahren. Ich freue mich, das Kind steht relativ pünktlich ohne Murren auf und bringt sogar das Altpapier ohne Aufforderung zur Tonne. Was ist passiert?
Um ca halb 11 fahren wir dann doch mal los. Das Auto ist rappelvoll. 2 Menschen und 1 Hund haben viel Gepäck. Wir fahren keine Autobahn, der Weg durch die Vogesen zieht sich. Das Kind döst, der Hund hechelt, ich lausche der Stimme des Navi. Irgendwann drückt die Blase, ausserdem ist Mittagszeit. Da wir gerade auf der Autobahn fahren, halten wir an einer Raststätte. Die Toiletten sind sehr sauber bis eine Gruppe Frauen auf die Toilette geht. Danach sind sie sehr unter Wasser. Das Personal flucht. Ich kaufe uns 2 Baguettes, der Hund bekommt die Schüssel mit Wasser gefüllt. Dazu teilen wir uns eine solidarische Gurke.

Danach zieht sich die Fahrt, aber es ist auch schön. So viel Land zum Schauen: Wald, Hügel, abgeerntete Felder. Und alles staubtrocken, das Thermometer zeigt zwischendurch 38° Celsius an. Wir finden recht gut den Weg zur Wohnung und auch noch einen Parkplatz in der Straße. Mit dem Aufschließen klappt auch alles, nur mit dem Abschließen nicht. Wir finden die Lösung nicht und kommunizieren mit der Vermieterin. Sie kommt schließlich vorbei und zeigt uns den Trick. Ach ja, die Klinke kurz hochdrücken, das wusste ich auch schon mal. Andere Länder, andere Sitten…..

Nach der Aufregung suchen wir den nächsten Park. Dem Hund ist es zu heiß, er hechelt. Uns ist es auch zu heiß, wir trinken. Dem Kind schmeckt das Wasser in Reims nicht. Es ist zu stark gechlort. Was sind wir doch verwöhnt von zu Hause.
Danach lassen wir den Hund im Apartment und laufen Richtung Innenstadt. Ich möchte die Kathedrale anschauen. Das Kind lotst uns. So ein Händy macht schon vieles einfacher.

Wir sind von der Kathedrale beeindruckt.

Mit gefallen die Chagall-Fenster besonders. Habe ich doch die letzten nicht sehen können. Im hinteren Teil der Kirche findet ein Gottesdienst statt. Es hört sich schön an, vertraut und doch fremd. Wir zünden die obligatorische Kerze an und denken an unsere Toten. Ich erzähle dem Kind vom neuesten Todesfall. Der beschäftigt mich immer noch.
Anschliessend navigiert das Kind uns Richtung Fussgängerzone, hier steppt der Bär. Es steuert zielstrebig den Tacoladen an, den es in der Wohnung schon ausgesucht hatte. Mir ist es relativ egal was wir essen. Wir setzen uns draußen hin und genießen das Essen. Nun ja, es ist eher fast food und nicht so mein Ding. Aber ok. Ich schaffe eh nicht alles, das Kind isst meine Reste. Wie sich die Dinge wandeln…..
Auf dem Rückweg gehen wir noch in einen Supermarkt und kaufen Getränke. Cidre für mich, Bier und Wasser für das Kind.
In der Wohnung freut sich der Hund. Er bekommt nun auch sein Futter. Ich dusche, das Kind läuft mit dem Hund die Abendrunde. Wir trinken unsere Getränke und hängen vor unseren Endgeräten. Es ist immer noch sehr heiß. Der Ventilator läuft, die Fenster zum Innenhof sind geöffnet, aber so richtig Durchzug ist das nicht. Ich bin gespannt, wie die Nacht wird.
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