„Man braucht im stressigen Alltag Inseln, auf die man sich freuen kann.“, meinte die Exkollegin. Seitdem suche ich meine Inseln. Manchmal finde ich sie, manchmal nicht. Manchmal stellen sich die Inseln gar nicht als das vor, was ich meinte. Dann sind es keine Inseln mehr, sondern weitere Stresspunkte auf meiner Agenda. Oder es liegt an mir. Vielleicht sollte ich auch die Arbeit als Insel sehen. So wie früher, als die Kinder klein waren, da war die Arbeitszeit weg von zu Hause eine willkommene Unterbrechung vom stressigen Kleinkindalltag.

Seit dem Urlaub male ich mir die Inseln im Kalender bunt an. Dann sehe ich gleich, wenn ich den Tag aufschlage, dass da was Buntes ist, auf das ich mich freuen kann. Manchmal ist das die Physio, manchmal die Rückengymnastik, manchmal der offenene Weinkeller. Auch wenn dort die Gesellschaft nicht immer aus netten Personen besteht, ist es anregend, mich mit den Menschen auseinander zu setzen. Meistens sind dort aber auch nette Menschen. Und guter Wein, noch viel besser. Damit lässt sich vieles ertragen. Das war meine Insel heute.