Wir haben am 20. einen Geburtstag gefeiert, es wurde im Garten gegrillt und wir sassen lange in der lauen Nacht. Dadurch hat es sich wie Midsommer angefühlt: mit Freunden zusammen sitzen, essen und plaudern. So stelle ich es mir zumindest vor, ich habe es noch nie erlebt.
Ich habe nette Menschen kennengelernt, die ich vorher nicht kannte – oder noch nie bewusst wahrgenommen hatte. Und es gab eine Person mit einer ähnlichen Verletzung, nur viel schlimmer. Da konnten wir uns gut austauschen und ich bin froh, dass bei mir nix kompliziert ist und das hoffentlich auch so bleibt. Langsam machen, Geduld haben …. immer das Gleiche und so schwer einzuhalten.
Später in der Dämmerung fingen die Vögel an zu zwitschern, direkt über uns. Das war schön. Und noch später kamen die Fledermäuse. Es war viel zu warm und es blieb den ganzen Abend so warm, das war ein bisschen anstrengend. Ich nehme lieber einen Pulli oder eine Jacke mit, als so zu schwitzen.
Eigentlich wollte ich gar nicht so lange bleiben, doch als ich mich auf den Heimweg gemacht habe, war es schon ganz schön spät. Überall sassen Leute zusammen, in der Stadt war noch mehr los, es gab ja das Fussballspiel Deutschland gegen Elfenbeinküste. Zu Hause konnte ich dann das Ende des Spiels mit dem Entscheidungstor anschauen. Danach war auf den Straßen die Hölle los. Alle euphorisch, also ob jeder dabei mitgespielt hätte. Mit großen Kindern wird die WM unwichtig und ich bin froh drum. Früher hatten wir Spielpläne aufgehängt, immer das Ergebnis eingetragen, geschaut, wer wie weiterkommt und gewettet. Auch bei der Arbeit. Davon gibt es jetzt nix mehr und ich bin froh drum. Es ist nur noch eine große Geldmaschine, die ich nicht unterstützen möchte. Ignorieren klappt ganz gut, boykottieren nicht ganz.
Das war ein netter, unterhaltsamer Abend und ab jetzt werden die Tage ja nun wieder kürzer. Ich freu mich drauf!
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