Gestern war der Tag so voll und anstrengend, physisch wie psychisch, dass ich es heute ruhig angehen lasse. Aufgabe für den Tag: Briefmarken kaufen. Das ist gar nicht so einfach, man merkt, dass wenig analog geschrieben wird.
Erst mal gibt es Tee auf der Terrasse, natürlich in Begleitung der Katze.

Heute sass sie auf dem Tisch, ich weiß nicht, ob sie das darf. Für mich war es ok.
Dann bin ich in die Stadt gelaufen. Zur Post. Erstmal den Eingang finden. Dann anstehen. Ein Mann, offensichtlich Angestellter , fragt, was ich wünsche. Ich erkläre es ihm. Er fragt, ob ich eine carte bleue hätte, was ich verneine. Ob ich ein Telefon habe, fragt er als nächstes. Ich bejahe, sage aber, dass ich keine französische Nummer habe. Da zieht er von dannen. Als ich dran bin, bestelle ich die 2 Briefmarken für Postkarten nach Deutschland. Sie kosten 2.10 Euro! Als ich meine Bankkarte zücke, schreit die Frau am Schalter auf, ich hätte ja doch eine carte bleue. Lautstark erklärt sie das dem Mann, der mich gefragt hatte. Sie läuft mit mir zu einem Automaten, an dem ich dann bezahlen muss. Das ist alles sehr wirr. Immerhin habe ich meine 2 Briefmarken und kann die Postkarten einwerfen. Im Nachhinein viel zu teuer. Als ich recherchiert hatte, war der Preis unter 2 Euro. Egal, ich hoffe, die Karten kommen an und die Menschen freuen sich darüber.

Anscheinend gibt es hier Briefkastenunfälle.
Ich laufe weiter zum Parc Montjuzet. Da ist ein Mont im Name, das merke ich auf dem Weg. Es geht steil bergauf. Oben picknicken Senioren am Kinderspielplatz. Ohne Kinder. Sie trinken alkoholische Getränke und haben sichtlich Spaß. Rentner in Frankreich sollte man sein. Im Moment liegt das Renteneintrittsalter bei 64 Jahren! Haha.
Ich esse meine kleine Quiche Lorraine, die ich mir unterwegs in der Markthalle gekauft hatte. Sie schmeckt lecker und macht ziemlich satt. Die Aussicht ist fantastisch.

Der Himmel war echt so, da ist nichts nachgebessert/dramatisiert.
Ich sitze eine ganze Weile in der Sonne und geniesse die Aussicht. Es ist relativ ruhig im Park. Dann steige ich wieder ab und gehe in die Kirche Basilique Notre-Dame du Port.

Die Freundin hatte sie mir ans Herz gelegt. Es ist eine alte romanische Kirche, die mir gut gefällt.

Hier gibt es in der Krypta die dunkel Madonna mit dunklem Kind.

Anschliessend laufe ich wieder los, Richtung Friedhof. Ich möchte mir den Cimetière des Carmes anschauen. Da überall Baustellen sind und ich nicht so laufen kann, wie mir die Kartenapp anzeigt, dauert es ewig. Ziemlich platt finde ich endlich den Eingang.

Es ist ein schöner alter Friedhof, nicht so gruselig wie in London 😉
Ich ruhe mich aus und geniesse die Stille.

Na ja, durch die Baustelle ist es nicht gar so still. Durch den Friedhof fließt ein kleiner Fluß. Der Ausgang, den ich angepeilt habe, ist wegen der Bauarbeiten verschlossen, also muss ich einen anderen suchen. Das ist aber nirgends erklärt. Immerhin hat der Friedhof noch eine ganze Weile geöffnet. Schließlich finde ich einen Ausgang und laufe durch die Stadt wieder nach Hause. Zwischendurch kaufe ich noch ein.
Zu Hause bade ich erst mal den Fuß, dann schreibe ich hier und lese noch ein bisschen.
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